Offizielle Daten des Kenya National Bureau of Statistics (KNBS) zeigen ein bescheidenes Beschäftigungswachstum im kenianischen Bausektor, das im Widerspruch zu den Behauptungen von Präsident William Ruto und Regierungsvertretern über das Affordable Housing Programme (AHP) steht. Die Gesamtbeschäftigung erreichte 2025 728.400 Stellen. Die Diskrepanz hat eine Debatte über die tatsächlichen Auswirkungen des Programms ausgelöst.
Präsident William Ruto bewirbt das Affordable Housing Programme seit September 2022 als einen bedeutenden Motor für die Schaffung von Arbeitsplätzen. In seiner Rede zur Lage der Nation im November 2025 erklärte er, es seien über 428.000 Arbeitsplätze geschaffen worden. Die budgetpolitische Erklärung vom Februar 2026 prognostizierte eine Million Arbeitsplätze bis 2026, während der Bericht des Vorsitzenden des Affordable Housing Board, Jeremiah Simu, bis Juni 2025 330.000 Arbeitsplätze anführte.
Eine vom Wohnungsbauministerium in Auftrag gegebene und von Grant Thornton durchgeführte Studie ermittelte bis Januar 2026 464.759 direkte Arbeitsplätze und insgesamt 640.442, wovon 379.194 auf den sozialen Wohnungsbau entfielen.
Das KNBS meldet jedoch 728.400 Beschäftigte im Baugewerbe für 2025, mit 35.800 neuen Stellen bzw. einem Wachstum von 5,2 % gegenüber 692.600 im Jahr 2024. Seit 2023 hat der Sektor insgesamt nur 77.000 Arbeitsplätze dazugewonnen, einschließlich des Straßenbaus. Das KNBS gibt an, dass der Sektor das Wirtschaftswachstum vorangetrieben hat, und nennt das Wohnungsbauprogramm als einen der beitragenden Faktoren.
Der Staatssekretär für Wohnungsbau, Charles Hinga, kritisierte das KNBS mit den Worten: „Das KNBS weiß nicht, was es tut. Wir werden mit Fakten antworten.“ Diese statistischen Unstimmigkeiten befeuern weiterhin die Debatte über den Beitrag des Affordable Housing Programme.