Die Partido Nacional Libertario und die Partido Republicano kündigten am Dienstag eine verfassungsrechtliche Anklage gegen den ehemaligen Finanzminister Nicolás Grau wegen mutmaßlicher Fehler bei Schuldenprognosen an.
Die rechtsgerichteten Parteien trafen diese Entscheidung nach dem Bericht über die öffentlichen Finanzen, der vom derzeitigen Minister Jorge Quiroz vorgelegt wurde. Das Dokument enthüllte, dass die vorherige Regierung in den Prognosen für den Zeitraum 2026-2030 Schulden in Höhe von etwa 10,5 Milliarden US-Dollar ausgelassen hatte.
Der Fraktionsvorsitzende der Libertären, Cristóbal Urruticoechea, bestätigte, dass sie Grau gemäß den Artikeln 3 und 5 des Gesetzes über die staatliche Finanzverwaltung anklagen werden. Der Republikaner Benjamín Moreno schloss sich an und beschrieb die Fakten als „arithmetisch“.
Innerhalb von Chile Vamos zeigten sich die UDI und die RN zurückhaltend. Flor Weisse und Diego Schalper erklärten, sie würden die Anklage nächste Woche prüfen und dem Wiederaufbaugesetz Priorität einräumen. Die PDG-Abgeordnete Zandra Parisi hinterfragte zudem, ob eine Anklage allein Ressourcen zurückgewinnen könne.
Der ehemalige Minister Grau reagierte in den sozialen Medien und im Radio mit der Aussage, die Prognosen seien konsistent und enthielten keine Berechnungsfehler.