Ein Gericht in Madurai im Bundesstaat Tamil Nadu verurteilte am 6. April 2026 neun Polizisten wegen der Folter und des Mordes an dem Geschäftsmann P. Jayaraj (58) und seinem Sohn J. Benicks (31) im Juni 2020 in Sattankulam, Distrikt Thoothukudi, zum Tode. Vater und Sohn waren auf der Polizeistation von Sattankulam inhaftiert worden, weil sie angeblich gegen die COVID-19-Lockdown-Vorschriften verstoßen hatten, indem sie ihr Geschäft für den Verkauf und die Wartung von Mobiltelefonen geöffnet hielten. Der Fall erschütterte die Zivilgesellschaft und entwickelte sich zu einem politischen Thema.
Im Juni 2020 wurde P. Jayaraj vor seinem Geschäft in Sattankulam, Distrikt Thoothukudi, festgenommen, da er angeblich gegen die COVID-Ausgangssperre verstoßen hatte. Sein Sohn J. Benicks ging am nächsten Tag zur Polizeistation Sattankulam, um sich nach seinem Vater zu erkundigen, und wurde daraufhin ebenfalls inhaftiert. Beide wurden schwer gefoltert und erlagen ihren Verletzungen; die CBI stellte später fest, dass der Vorwurf des Verstoßes gegen die Ausgangssperre falsch war.
Am 6. April 2026 verurteilte ein erstinstanzliches Gericht in Madurai neun Polizisten wegen Folter im Gewahrsam und Mordes in diesem Fall und verhängte die Todesstrafe. Der Vorfall hatte bereits zuvor die Zivilgesellschaft erschüttert und politische Debatten ausgelöst. Tamil Nadu verzeichnet unter den südlichen Bundesstaaten die meisten Todesfälle im Polizeigewahrsam, mit 490 Fällen zwischen 2016 und 2022.
Das Urteil wird als Prüfung für die Rechenschaftspflicht der Polizei und das indische Strafjustizsystem angesehen. Es verdeutlicht Versäumnisse bei Schutzmaßnahmen wie denen gemäß Artikel 22 und den D. K. Basu-Richtlinien, wenngleich die Familien auf einen Abschluss hoffen.