Der Minister für Hochschulbildung und Ausbildung, Buti Manamela, hat das National Student Financial Aid Scheme (NSFAS) unter Zwangsverwaltung gestellt und Professor Hlengani Mathebula zum Administrator ernannt. Die Entscheidung folgt auf Rücktritte wichtiger Vorstandsmitglieder und anhaltende Probleme bei der Unternehmensführung. Der Vorstand plant, gerichtlich gegen diesen Schritt vorzugehen.
Am Montag, den 4. Mai 2026, gab Buti Manamela in Pretoria bekannt, dass er das NSFAS unter Zwangsverwaltung gestellt habe. Er verwies dabei auf ein eingeschränktes Prüfungsergebnis für 2024-2025, wesentliche Unregelmäßigkeiten durch den Auditor-General, Bedenken hinsichtlich der Datenintegrität, ungelöste studentische Einsprüche, Verzögerungen bei der IKT-Modernisierung, Mängel bei der studentischen Unterbringung sowie eine instabile Führung.
Zu den Rücktritten zählten die ehemalige Vorsitzende Dr. Karen Stander, der Interims-Vorsitzende Dr. Mugwena Maluleke und Karabo Mohale, Leiter des Ausschusses für Personalwesen und Organisationsentwicklung. Manamela berief sich am 28. April 2026 auf Abschnitt 17A des NSFAS-Gesetzes und erklärte, der Vorstand könne weder die Beschlussfähigkeit wahren noch seine Aufsichtspflichten erfüllen. Dies folgt auf eine frühere Phase der Zwangsverwaltung unter dem ehemaligen Minister Blade Nzimande von April 2024 bis Februar 2025.
Ein Vorstandsmitglied, das anonym mit der Daily Maverick sprach, kündigte an, ein Eilverfahren zur gerichtlichen Verfügung einzuleiten und die Vorwürfe der Misswirtschaft zurückzuweisen. „Die Behauptungen, die er [Manamela] aufstellt, sind unbegründet... Diesen Vorstand aufgrund der historischen Leistung der vorherigen Verwaltung unter Zwangsverwaltung zu stellen, ist ungerecht“, erklärte das Mitglied.
Die Krise steht im Zusammenhang mit Streitigkeiten über CEO-Kandidaten: Waseem Carrim, Professor Busani Ngcweni und Lindiwe Kwele. Der Vorstand empfahl Carrim mit einer Mehrheit von vier zu einer Stimme, doch Mohale stimmte gegen Ngcweni und trat daraufhin zurück. Die verbleibenden Vorstandsmitglieder wiesen Manamelas Anweisung in einem Schreiben vom 30. April 2026 zurück und bekräftigten, dass sie weiterhin handlungsfähig seien.
In Johannesburg stehen Unterkunftsanbieter wie Duan Coetzee von Urban Ocean seit 2024 vor unbezahlten Forderungen in Höhe von 4,5 Millionen Rand, was zur Räumung von 400 Studenten führen könnte. Die Anbieter berichten von verifizierten Forderungen, die jedoch nicht ausgezahlt werden, was die finanzielle Belastung weiter verschärft.