In den letzten sechs Monaten haben mindestens 1.829 Millionen Nutzer in Mexiko ihre Streaming-Abonnements gekündigt, was 14 % der 14,3 Millionen SVOD-Videozugriffe ausmacht. Am stärksten betroffen waren die Plattformen ViX Premium, Disney+ und Amazon Prime Video inmitten zunehmender Konkurrenz und Preisanpassungen. Experten führen dieses Kündigungsrate-Phänomen auf Strategien zur Optimierung der Haushaltsausgaben zurück.
Mexikos Streaming-Markt hat eine Reifephase erreicht, die durch höhere Nutzerrotation und mehr Abokündigungen gekennzeichnet ist. Laut Radamés Camargo, Direktor für Analyse bei der Beratungsfirma The CIU, wurden in den letzten sechs Monaten mindestens 1.829 Millionen Abonnements gekündigt, was 14 % der 14,3 Millionen SVOD-Zugriffe im Land entspricht. nn“In diesem Zeitraum entfielen 28,6 % der insgesamt gekündigten Abonnements auf ViX Premium, gefolgt von Disney+ mit 21,4 % und Amazon Prime Video mit 17,9 %. Auf Platzierungen weiter unten folgten Apple TV mit 14,3 % und Netflix mit 10,7 %“, kommentierte Camargo in einem Interview mit El Financiero. Paramount+ und HBO Max verzeichneten jeweils 3,6 % der Kündigungen.nnDiese Kündigungsrate rührt nicht nur von Nutzerunzufriedenheit her, sondern von bewussten Strategien zur Ausgabenoptimierung und Rationalisierung des Inhaltsverbrauchs. „Streaming konkurriert heute mit anderen Haushaltsausgabenkategorien, wodurch die Kundenbindung empfindlicher wird, sobald Preise den wahrgenommenen Wert übersteigen“, erläuterte Camargo. Mexikanische Haushalte geben durchschnittlich monatlich 316 Pesos für diese Plattformen aus, was einem Anstieg um 20 % gegenüber 2022 entspricht und durch Preiserhöhungen von bis zu 20 % bedingt ist.nnFaktoren wie Restriktionen beim Account-Sharing und episodischer Konsum, etwa Sportereignisse bei ViX oder spezifische Franchises bei Disney+, begünstigen temporäre Kündigungen. Camargo betonte: „Die Retention ist kein selbstverständlicher Indikator, sondern einer, der monatlich aufgebaut und verteidigt werden muss.“nnCarlos Ponce, Spezialist für die audiovisuelle Branche, schlug vor, Plattformen könnten ihre Bindung stärken, indem sie staatliche Anreize für die Produktion lokaler Inhalte nutzen, um in einem fragmentierten Markt Qualität und Zuschauerloyalität zu verbessern.