Erzbischof Jean-Marc Aveline, Präsident der Französischen Bischofskonferenz, beschrieb den aktuellen geopolitischen Kontext vor Ostern als „dramatisch und sehr besorgniserregend“. In einem Interview mit der Zeitung La Tribune dimanche beklagte er den Krieg im Nahen Osten und die Schwächung internationaler Organisationen wie der UN.
Erzbischof Jean-Marc Aveline, Erzbischof von Marseille und Präsident der Französischen Bischofskonferenz (CEF), äußerte sich in einem Interview mit der Zeitung La Tribune dimanche zum geopolitischen Kontext am Vorabend des Osterfestes. Er beschrieb die Situation, in der das Fest in diesem Jahr begangen wird, als „dramatisch und sehr besorgniserregend“.
Seit fünf Wochen sei der Nahe Osten „in der Spirale eines gnadenlosen Krieges gefangen“, beklagte er. „Es ist höchste Zeit, zur Achtung des Völkerrechts zurückzukehren“, betonte er. Zudem bedauerte er die Schwächung internationaler Organisationen, allen voran der UN, „was dem Frieden schwer schadet“. Für ihn gilt: „Die Sicherheit eines Volkes kann nicht dadurch erreicht werden, dass der Hass auf den Anderen geschürt wird.“
Der Erzbischof erneuerte seinen Aufruf zur Solidarität mit dem Libanon, der nach wie vor „ein Opfer der ihn umgebenden Großmächte“ sei. Er rief zu Spenden für die Organisation Œuvre d'Orient auf, über die die Kirche in Frankreich den Christen im Nahen Osten konkret hilft.
Auf die Frage nach einem Besuch von Papst Franziskus in Frankreich, der am kommenden Freitag Emmanuel Macron empfängt und im Juni nach Spanien reisen wird, sagte Erzbischof Aveline, er arbeite daran. „Ich habe das Thema erst vor wenigen Tagen beim Papst angesprochen“, verriet er.