Die Nationalbank Äthiopiens hat die Mindestreserveanforderungen für Banken erhöht und die Mindestsparquote abgeschafft, um die Inflation zu kontrollieren und überschüssige Liquidität zu managen. Diese Maßnahmen wurden am 29. Dezember 2025 vom Ausschuss für Geldpolitik genehmigt. Die Maßnahmen sollen den Übergang zu einstelligen Inflationszielen unterstützen.
Die Zentralbank Äthiopiens, die National Bank of Ethiopia (NBE), hat am 30. Dezember 2025 strengere Geldpolitiken angekündigt, nach einer vierteljährlichen Überprüfung durch ihren Ausschuss für Geldpolitik (MPC) am Vortag. Der MPC hob eine jährliche Kreditausweitung von 44,5 Prozent im November 2025 und ein robustes Liquiditätswachstum im Bankensektor hervor. Er betonte die Notwendigkeit, "sicherzustellen, dass die Liquiditätseinspritzung in die Wirtschaft schrittweise und geordnet verwaltet wird", um unbeabsichtigte expansionistische Effekte zu verhindern.
Zu den wichtigsten Änderungen gehören die Erhöhung des monatlichen durchschnittlichen Reserveanteils auf Bankeinlagen um zwei Prozentpunkte auf 10 Prozent, bei Beibehaltung des täglichen Minimums von 5 Prozent. Die Banken haben drei bis sechs Monate Zeit, um die neue Anforderung zu erfüllen. Zusätzlich hat der MPC die Mindestsparquote, die in den letzten Jahren bei 7 Prozent lag, sofort abgeschafft. Zukünftig werden Einlagenzinsen durch Verhandlungen zwischen Einlegern und Finanzinstituten festgelegt, weg von administrativen Kontrollen.
Diese Schritte bauen auf der Einführung eines preisbasierten geldpolitischen Rahmens durch die NBE im Juli 2024 auf, als sie den National Bank Rate auf 15 Prozent festlegte. Die Maßnahmen reagieren auf einen Anstieg der Kreditauszahlungen und des ausstehenden Kredits in den ersten fünf Monaten des Fiskaljahrs, der das breite Geldwachstum beschleunigte. Analysten hatten eine solche Straffung erwartet als Teil der Bemühungen, in den kommenden Monaten eine einstellige Inflation zu erreichen und eine feste geldpolitische Haltung zur Preissicherung zu festigen.