Ein neuer Netflix-Dokumentarfilm, The Queen of Chess, beleuchtet das Leben der ungarischen Großmeisterin Judit Polgár, vom Wunderkind bis zu einer der größten Schachspielerinnen. Parallel dazu hat Chess.com limitierte Bots gestartet, die Polgár in verschiedenen Karrierephasen simulieren. Der Film hebt ihre Triumphe inmitten politischer und geschlechtsspezifischer Barrieren im Ungarn der 1970er-Jahre hervor.
The Queen of Chess, ein 94-minütiger Netflix-Dokumentarfilm mit PG-Freigabe unter der Regie von Rory Kennedy, schildert Judit Polgárs außergewöhnliche Reise im Schach. Als jüngste von drei Töchtern von Laszlo und Klara Polgár geboren, war Judit Teil des Experiments ihres Vaters, Genies durch intensive Training zu fördern. Ab etwa fünf Jahren verzichteten die Schwestern auf reguläre Schule zugunsten täglichen Schachtrainings – eine Entscheidung, beeinflusst durch die Popularität des Spiels im Sowjetunion der 1970er-Jahre und seine geringen Kosten. Judit stach schnell hervor, trat mit sechs Jahren in Turnieren an und besiegte Erwachsene, einschließlich Familienfreunde. Mit neun Jahren gewann sie internationale Events und dominierte die New York Open. Mit 11 sicherte sie ihren ersten Sieg gegen einen Großmeister. Mit 15 wurde Polgár die jüngste Großmeisterin der Geschichte, übertraf Bobby Fischers Rekord und erzielte später die höchste Elo-Zahl einer Frau im Schach mit 2735, während sie als Kandidatin für die Weltmeisterschaft antrat. Der Dokumentarfilm detailliert Herausforderungen im repressiven Regime Ungarns, wo Behörden internationale Reisen einschränkten und Polizei zur Einschüchterung der Familie schickten. Er thematisiert auch Sexismus im Schach, mit Archivaufnahmen, die Fischers abfällige Ansichten über weibliche Spielerinnen zeigen – eine Haltung, die Garry Kasparov teilte, den Polgár mehrmals traf. Kasparov, im Film interviewt, bleibt arrogant bezüglich ihrer frühen Fähigkeiten. Trotz Diskriminierung bei Turnieren erinnern sich die Polgár-Schwestern an positive Erfahrungen, wenngleich ihre Meinungen zu den Methoden des Vaters gemischt sind. Mit Archivaufnahmen, Fotos und spannenden Partieerinnerungen zieht der Film Vergleiche zu The Queen's Gambit, betont aber Polgárs reale Erfolge. Ein junger Stephen Fry erscheint in Aufnahmen aus den 1980er-Jahren. Zum Release führte Chess.com vier Bots ein, die Polgár mit sechs Jahren (Rating 1350), neun (1900), elf (2400) und 15 (2600) sowie ihren Höhepunkt (2735) nachahmen, verfügbar auf der Play Computer-Seite.