Ein neuer Netflix-Dokumentarfilm, Queen of Chess, beleuchtet die Karriere von Judit Polgár, der größten Schachspielerin, die über 25 Jahre dominierte. Er fokussiert auf ihre Herausforderungen in einem männerdominierten Sport und ihr bemerkenswertes Rivalität mit Garry Kasparov. Der Film betont den einzigartigen Ansatz ihrer Familie zur Förderung von Schachtalent.
Judit Polgár hielt die Spitzenposition unter Frauen-Schachspielerinnen ab 1989, beginnend mit 13 Jahren, bis zu ihrem Rücktritt 2014. Sie erlangte 1991 im Alter von 15 Jahren und vier Monaten den Großmeistertitel und übertraf damit Bobby Fischers Rekord zu jener Zeit. Polgár trat in offenen Turnieren gegen Männer an und konfrontierte einen Sport, der historisch von Misogynie geprägt war, wie Fischers archivierter Kommentar belegt: „Frauen sind furchtbar im Schach... Wahrscheinlich sind sie nicht so schlau.“/n/nIhr Erfolg resultierte aus einem Experiment ihres Vaters László Polgár, der glaubte, dass Genies durch intensive Übung ab etwa fünf Jahren gemacht werden. Im kommunistischen Ungarn der 1970er homeschoolte er seine Töchter – Judit, Susan und Sofia – und konzentrierte sich ausschließlich auf Schach. Susan erreichte 1984 Platz 1 weltweit, Sofia wurde Internationale Meisterin. Im Familienheim gab es eine Wand mit 30 Schachbrettern, und die Mädchen trainierten bis zu acht oder neun Stunden täglich ohne Wochenenden. Judit gewann ihren ersten lokalen Turnier mit sechs Jahren./n/nEin Durchbruch kam bei der Schacholympiade 1988 in Griechenland, wo die Schwestern Ungarn vertraten und Gold holten, womit sie die sowjetische Dominanz beendeten; Judit blieb ungeschlagen. Als sie männliche Gegner antrat, stieß sie auf Widerstand, einschließlich Spieler, die nach Niederlagen kein Handschlag gaben./n/nDer Dokumentarfilm dreht sich um ihre Begegnungen mit Garry Kasparov, dem damaligen Weltmeister. In ihrem Linares-Match 1994 berührte Kasparov eine Figur illegal zurück, wurde aber damals nicht angegriffen wegen Polgárs Einschüchterung; Aufnahmen bestätigten später den Verstoß. Nach 14 Niederlagen besiegte Polgár ihn 2002 mit einer subtilen Strategie. Sie reflektierte: „Dieser Moment gab mir das Gefühl, dass ich in einer Partie in einem Event jeden schlagen kann.“ Kasparov erkannte ihren Elite-Status an. Der Sieg 2002 katapultierte sie 2003 in die offene Top 10, ein Meilenstein für eine Frau./n/nGeregieert von Rory Kennedy, unterstreicht der 94-minütige Film kurz die Familiendynamik, betont aber Polgárs Rolle bei der Herausforderung von Geschlechterrollen im Schach.