Alexandra Kosteniuk blickt auf Schachkarriere und Team-Events zurück

Mit 41 Jahren ist Schachgroßmeisterin Alexandra Kosteniuk weiterhin eine Top-Konkurrentin und teilt in einem Interview mit The Hindu in Mumbai Einblicke aus ihrer jahrzehntelangen Laufbahn. Sie spricht über frühe Erfolge, den Einfluss von Computern auf das Spiel und ihre Leidenschaft für Teamturniere wie die Global Chess League. Kosteniuk betont, wie Schach zum Kern ihres Lebens geworden ist.

Alexandra Kosteniuk wurde 2004 im Alter von 19 Jahren Großmeisterin und war damit nur die zehnte Frau, die diesen Titel errang. Sie gewann die Weltmeisterschaft 2008, indem sie die 14-jährige Hou Yifan im Finale besiegte, den World Cup und die Weltmeisterschaft im Schnellschach 2021. Kosteniuk trug auch zu den Goldmedaillen der russischen Teams bei den Schacholympiaden 2010, 2012 und 2014 bei. Im Rückblick auf ihr WM-Finale mit 17 Jahren gegen Zhu Chen 2001 sagte Kosteniuk: „Damals habe ich nicht viel darüber nachgedacht. Man lebt einfach den Moment. Aber jetzt, wenn man darüber nachdenkt, scheint es unglaublich.“ Sie begann 1989 mit fünf Jahren Schach zu spielen, lange bevor Computer das Spiel veränderten. „Als ich anfing, gab es keine Computer. Oder besser gesagt, es gab welche, aber nicht so viele und nicht solche“, bemerkte sie. Heute erfordert Schach umfangreiche Auswendiglernerei und Computeranalysen, was die Kreativität mindert, obwohl Kosteniuk die kreativen Aspekte bevorzugt und sich angepasst hat, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Kosteniuk schätzt Team-Events, die sie zur Global Chess League (GCL) führten. „Wenn man so viele individuelle Titel gewonnen hat, ist einer mehr nichts Besonderes. Aber wenn man als Team gewinnt, gibt das viel mehr“, erklärte sie. Bei der GCL 2024 in London half ihre Leistung den Triveni Continental Kings, den Titel zu verteidigen, nach einem weniger erfolgreichen Debüt mit den Chingari Gulf Titans in Dubai 2023. Die GCL 2025 in Mumbai bot eine stärkere Teamatmosphäre mit morgendlichen Blitz-Sessions unter Teamkollegen. Im Gegensatz zur Olympiade, wo Teamkollegen lange bekannt sind, entstehen GCL-Teams per Draft. Kosteniuk lobt die Bemühungen der Organisatoren, die GCL zu einem Mainstream-Produkt zu machen, und nennt es „einen kleinen Schritt in die richtige Richtung“. Mit 41 Jahren motivieren sie schnelle Formate wie die GCL, da sie besser zu ihrem Energieniveau passen als klassisches Schach. Sie sieht Schach als mehr als ein Spiel: „Es ist meine Welt, der Kern meines Lebens.“ 2013 wurde sie als erste Frau Schweizer Meister der Männer, was bestätigt, dass Frauen in diesem intellektuellen Sport mit Männern mithalten können, trotz Herausforderungen.

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