Die Kommunistische Partei Chiles rief zu breiten Mobilisierungen gegen die einsetzende Regierung von José Antonio Kast auf, was eine intensive Debatte innerhalb der Linken über die Oppositionsstrategie auslöste. Während einige Sektoren soziale Agitation ablehnen, unterstützen andere einheitliche Aktionen zur Verteidigung von Rechten. Dieser Riss tritt 75 Tage vor der Übergabe am 11. März 2026 auf.
Im Bericht des jüngsten Zentralkomitees der Kommunistischen Partei (PC), veröffentlicht diese Woche, schlägt es vor, 'breite und einheitliche Mobilisierungshöhepunkte wie einen massiven 8. März, 1. Mai und andere' anzustoßen, um Rechte zu verteidigen und 'autoritäre und rückschrittliche Tendenzen' in Kasts Regierung zu bekämpfen.
Dieser Aufruf hat die Spaltungen in der Linken vertieft, die noch Teil der Koalition von Präsident Gabriel Boric ist. In Socialismo Democrático, das PS und PPD umfasst, stößt er auf starke Ablehnung. Senator Juan Luis Castro warnte, dass 'etwas anderes ist die natürliche Verteidigung sozialer Rechte [...] als die Fokussierung auf soziale Agitation als Methode politischen Handelns'. Senator Pedro Araya betonte, zwischen 'effektiver Verteidigung von Rechten und der Versuchung, Mobilisierung als Reaktionsmechanismus auf Wahlergebnisse zu nutzen' zu unterscheiden.
Ähnlich im Christdemokratischen Partei (DC) forderte Abgeordneter Eric Aedo zur Vorsicht auf und lehnte Mobilisierungen 'als politische und gewalttätige Waffe zur Destabilisierung von Regierungen' ab. Die Grüne Regionalistische Soziale Föderation, durch Jaime Mulet, hält Proteste 'nur um zu protestieren' vor der neuen Regierung für ungültig, aber gültig, wenn gefährdete Rechte bedroht sind, immer friedlich.
Im Gegensatz dazu unterstützte Abgeordneter Jaime Sáez (FA) den Aufruf und sah ihn als 'tremendlich wichtig' an, um 'soziale Einheit' gegen eine 'autoritäre Abdrift' wiederzuerlangen. Präsident der Liberalen Partei Juan Carlos Urzúa hielt ihn für logisch und würde beitreten, wenn passend. Jaime Quintana (PPD) wies einen insurrectionellen Ton zurück, und Tomás Hirsch (Humanistische Aktion) verteidigte gewaltfreie Mobilisierung als Triebkraft historischer Veränderungen.
Von der PC aus bedauerte Juan Andrés Lagos die Schwächung sozialer Äußerungen in Chile. Innenminister Álvaro Elizalde erinnerte an das Demonstrationsrecht 'immer friedlich'. Ein linkes Konklave im Januar zielt auf Konsolidierung der Opposition ab.
Von rechts kritisierte republikanischer Abgeordneter Álvaro Carter die 'kriegerische Reaktion' von PC und FA, warnte vor Destabilisierungen wie 2018 und drängte, sich auf den Kongress statt auf die Straßen zu konzentrieren.