Der nigerianische Professor Kayode Fayemi hielt am Samstag die Thabo Mbeki Annual Lecture in Kapstadt und argumentierte, dass afrikanische Souveränität eher über staatliche Kapazitäten als über bloße politische Unabhängigkeit definiert werden sollte.
Fayemi betonte, dass echte Souveränität die Fähigkeit von Nationen beinhaltet, unabhängige Entscheidungen in den Bereichen Entwicklung und Regierungsführung ohne äußeren Zwang zu treffen. Er skizzierte Schlüsselelemente, darunter die Fähigkeit, die Bevölkerung zu ernähren, Grenzen zu sichern, natürliche Ressourcen verantwortungsvoll zu verwalten, Bürger zu bilden, strategisch zu industrialisieren und international zu verhandeln. Der Professor warnte davor, dass Afrika ohne starke Institutionen, Solidarität und Führung Gefahr läuft, in eine wachsende Abhängigkeit zu geraten und an globalem Einfluss zu verlieren. „Im 21. Jahrhundert misst sich Souveränität nicht nur an politischen Symbolen, sondern an staatlicher Kapazität“, sagte Fayemi während des Vortrags.