Eine kürzlich anerkannte Form der Demenz, bekannt als LATE, verändert das Verständnis des kognitiven Abbaus bei Älteren, mit steigenden Diagnosen und Leitlinien für Ärzte, die in diesem Jahr veröffentlicht wurden. Sie betrifft schätzungsweise etwa ein Drittel der Menschen ab 85 Jahren und 10 % der ab 65 Jahren, oft verwechselt mit Alzheimer. Experten betonen die Notwendigkeit eines breiteren Spektrums an Behandlungen für diese Erkrankung.
Die limbisch-dominante altersassoziierte TDP-43-Enzephalopathie (LATE) etabliert sich als eigenständige Erkrankung neben Alzheimer, obwohl sie oft koexistiert. Laut aktuellen Leitlinien betrifft sie etwa ein Drittel der Menschen ab 85 Jahren und 10 % der ab 65 Jahren. „Bei etwa 1 von 5 Patienten, die in unsere Klinik kommen, erweist sich das, was zuvor als Alzheimer-Krankheit galt, tatsächlich als LATE“, sagt Greg Jicha, Neurologe an der University of Kentucky.
LATE schreitet langsamer voran als reines Alzheimer und beeinträchtigt hauptsächlich das Gedächtnis mit Symptomen wie Wortfindungsstörungen. In Kombination mit Alzheimer verschlimmert sich der Zustand jedoch, was zu schnellerem Abbau und schweren Symptomen wie Psychosen und Inkontinenz führt. Etwa die Hälfte der 85-Jährigen mit schwerem Alzheimer hat auch LATE, so Pete Nelson vom Sanders-Brown Center.
Die Anerkennung von LATE folgte einem Treffen 2018 mit 35 Alzheimer-Forschern, das zu einem Bericht 2019 führte, der sie durch abnorme TDP-43-Proteinablagerungen definiert – im Gegensatz zu Amyloid-Plaques und Tau-Verklumpungen bei Alzheimer. TDP-43 wurde 2006 identifiziert und steht im Zusammenhang mit Erkrankungen wie der amyotrophen Lateralsklerose.
Im Fall von Ray Hester, 79, deuteten erste Tests auf Alzheimer hin, doch detaillierte Untersuchungen ergaben LATE ohne Amyloid-Ablagerungen. Die Diagnose umfasst Bildgebung des Hippocampus, der bei LATE stärker schrumpft, und Symptomüberprüfung.
Patienten mit reinem LATE qualifizieren sich nicht für kürzlich zugelassene Anti-Amyloid-Medikamente. Eine klinische Studie an der University of Kentucky testet Nicorandil, ein Angina-Medikament, bei 64 Teilnehmern mit leichten Gedächtnisproblemen. Die Ursache ist unbekannt, das APOE4-Gen erhöht jedoch das Risiko.
Experten wie David Wolk und Reisa Sperling weisen darauf hin, dass gemischte Pathologien die bescheidenen Erfolge bei Alzheimer-Therapien erklären könnten und fordern LATE-spezifische Forschung.