Ein 30-jähriger Mann aus Ramban, Jammu und Kaschmir, wird seit einem mutmaßlichen Angriff durch sogenannte Kuh-Wächter am Sonntag vermisst. Ministerpräsident Omar Abdullah verurteilte den Vorfall als Versuch, ein „Dschungel-Recht“ zu etablieren, und forderte von Vizegouverneur Manoj Sinha ein striktes Vorgehen. Die Polizei hat vier Tatverdächtige festgenommen und ein spezielles Ermittlungsteam gebildet.
Tanveer Ahmad Chopan, ein 30-Jähriger aus dem Dorf Pogal in Ramban, transportierte am Sonntagnachmittag Vieh in einem Pick-up von Jammu aus. In der Nähe von Digdole verfolgten ihn mutmaßliche Kuh-Wächter in zwei Fahrzeugen und bewarfen ihn mit Steinen. Sie stoppten das Fahrzeug in der Nähe von Maggarkote und griffen ihn an, woraufhin Chopan floh und in einen Wasserlauf sprang. Seitdem wird er vermisst.
Die Nachricht von dem Vorfall veranlasste Anwohner dazu, aus Protest die Nationalstraße Jammu-Srinagar nahe Maggarkote zu blockieren. Die Behörden setzten ein spezielles Ermittlungsteam (SIT) unter der Leitung des Sub Divisional Police Officer (SDPO) von Banihal, Surinder Singh Biloria, ein. Die Polizei nahm vier Personen fest: Surjeet Singh, Sandeep Singh, Digvijay Singh und Kewal Singh, alle wohnhaft in Ramban.
Bei einer Regierungsveranstaltung in der Stadt Bijbehara, Anantnag, sagte Ministerpräsident Omar Abdullah: „Bestimmte Elemente, denen der Friede unbehaglich ist, wollen religiöse Spannungen und Unruhen schüren. Wir werden entschieden gegen diejenigen vorgehen, die versuchen, hier ein Dschungel-Recht zu etablieren.“ Er forderte Vizegouverneur Manoj Sinha, der für Recht und Ordnung zuständig ist, zu striktem Handeln auf und bezeichnete Chopans Verschwinden als „Mord“.
Abdullah fügte hinzu: „Wir sind daran interessiert, eine friedliche Atmosphäre in Jammu und Kaschmir zu haben, aber es gibt einige Leute, die hier ein Dschungel-Recht etablieren und die Stimmung vergiften wollen. Ich werde niemals zulassen, dass dies in J-K geschieht.“ Stand Dienstag, dem 14. April, bleibt der junge Mann weiterhin verschollen.