Sechs Personen im Alter von 17 bis 20 Jahren wurden am Freitag in Paris im Zusammenhang mit der Entführung einer Mutter und ihres elfjährigen Sohnes wegen Kryptowährungen, die sich am Montag im Département Yonne ereignete, unter gerichtliche Untersuchung gestellt. Die Opfer wurden am Dienstag von der GIGN im Val-de-Marne befreit. Die Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaft.
Vier maskierte Angreifer drangen am Montag kurz nach 7 Uhr morgens in das Familienhaus im Département Yonne ein. Sie fesselten den Vater mit Kabelbindern an einen Stuhl, schlugen ihn, drohten ihm mit Verstümmelung und forderten eine Überweisung von 400.000 Dollar in Kryptowährungen, so die Pariser Staatsanwaltschaft.
Die Entführer durchsuchten das Haus und raubten 10.000 Euro Bargeld, Schmuck, kleine Silberbarren sowie ein Gewehr, mit dem sie die Opfer bedrohten. Als sie feststellten, dass Kryptowährungstransfers eine siebentägige Verzögerung erfordern, entführten sie die Mutter und das Kind mit zwei Fahrzeugen.
Der Vater konnte sich befreien und alarmierte einen Freund, der die Gendarmerie verständigte. Er erhielt Videos der Geiseln aus einem Hotelzimmer. Durch schnelle Ermittlungen wurden die Opfer in Boissy-Saint-Léger, Val-de-Marne, lokalisiert, was zu ihrer Befreiung am Dienstag um 6 Uhr morgens durch die GIGN führte, wobei rund 100 Gendarmen im Einsatz waren.
Sechs Verdächtige, darunter ein Minderjähriger, wurden am Freitag den Richtern der auf organisiertes Verbrechen spezialisierten interregionalen Gerichtsbarkeit in Paris vorgeführt. Da gegen sie wegen Entführung und Freiheitsberaubung durch eine organisierte Bande ermittelt wird, droht ihnen lebenslange Haft. Eine siebte Person wurde wieder freigelassen, nachdem sich herausstellte, dass ihr Telefon gestohlen worden war.