Das höchste Entscheidungsgremium der Schwedischen Kirche, das Kyrkomötet, hat neue Richtlinien für die Forstwirtschaft verabschiedet, die spirituelle, ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit betonen. Die Entscheidung weicht von maximalen Erträgen ab, enthält jedoch keine konkreten nationalen Ziele, was Kritik von samischen Vertretern und Umweltgruppen hervorruft. Die Kirche verspricht größeren samischen Einfluss bei Angelegenheiten, die die Rentierhaltung betreffen.
Die Schwedische Kirche, einer der größten Forsteigentümer Schwedens und insgesamt der fünfte, steht seit Langem in der Kritik für Kahlschlagpraktiken, die Biodiversität, Klima und Rentierhaltung beeinträchtigen. Umweltgruppen, Samen und interne Kritiker haben diese Methoden in Frage gestellt und biblische Werte wie die Sicht Jesu auf die Natur angeführt.
Im Jahr 2021 schlug eine Untersuchung unter Leitung von Göran Enander, ehemaligem Generaldirektor der Schwedischen Forstbehörde, vor, 20 Prozent der Wälder für Biodiversität zu reservieren und ein Drittel auf nachhaltigere Methoden umzustellen. Gegner beauftragten eine neue Untersuchung, und am 18. November 2025 entschied das Kyrkomötet, dass die Forstwirtschaft vier Nachhaltigkeitsziele anstreben soll: spirituell, ökologisch, sozial und wirtschaftlich.
Die Entscheidung folgt dem Vorschlag des Kirchenrats und lehnt die ursprüngliche Untersuchung ab. Sie enthält keine konkreten nationalen Ziele, was Enttäuschung auslöst. Bischof Andreas Holmberg des Stockholmer Bistums sagt: «Aber diese Richtung wurde, denke ich und viele andere, nicht mit konkreten Zielen verfolgt. Es gab solche Vorschläge, aber nicht im Dokument des Kirchenrats. Also bin ich sowohl froh als auch enttäuscht, könnte man sagen.»
Samische Vertreter kritisieren die Formulierung zum freien, vorherigen und informierten Einverständnis (FPIC), das nun für 'direkte und erhebliche Auswirkungen' auf die Rentierhaltung gilt – eine Beurteilung, die den Bistümern überlassen wird. Jenny Wik-Karlsson vom Schwedischen Samischen Nationalverband nennt es eine Schwächung: «Viele sind jetzt enttäuscht. Sie sprechen von Versöhnung mit den Samen – aber das bedeutet auch, auf die Forderungen samischer Vertreter zu hören.»
Karin Öhman, Professorin an der SLU, begrüßt die Richtung, fordert aber klarere Ziele für die praktische Umsetzung. Wanja Lundby-Wedin (S), Vizevorsitzende des Kirchenrats, erklärt: «Wir wechseln von dem bestmöglichen Ertrag zu diesen vier Bereichen.» Sie betont, dass die Bistümer unterschiedliche Bedingungen haben, verspricht aber Überwachung und Dialog mit den Samen zur Stärkung des FPIC. WWF kritisiert den lokalen Einfluss und warnt vor langsamen Veränderungen.
Die Kirche integriert auch den Respekt vor den Rechten indigener Völker in ihre Verfassung als Teil der Versöhnung mit den Samen.