In einem Gänsezuchtbetrieb im Landkreis Leipzig müssen rund 6.500 Tiere wegen eines bestätigten Vogelgrippe-Verdachts getötet werden. Der Züchter Lorenz Eskildsen fordert eine Impfung der Tiere, um weitere Ausbrüche zu verhindern. Zwei weitere Betriebe vor Ort werden überwacht, während der Weihnachtsgänsemarkt geöffnet bleiben kann.
Der Vorfall ereignete sich in einer Anlage des sächsischen Gänsezüchters Lorenz Eskildsen in Mutzschen, einem Ortsteil von Grimma im Landkreis Leipzig. Die sächsische Landesuntersuchungsanstalt bestätigte den Verdacht auf Geflügelpest, was später auch das Friedrich-Loeffler-Institut überprüfte. Um eine Ausbreitung zu stoppen, werden die 6.500 Zuchtgänse gekeult. Eskildsen, Sachsens größter Gänsezüchter, hält insgesamt 11.000 Zuchtgänse am Standort und betreibt eine weitere Farm in Königswartha in der Lausitz.
Eskildsen kritisiert den aktuellen Umgang mit der Seuche scharf. «Wir können nicht mehr so mit den Tieren umgehen. Das geht einfach nicht», sagte er. Er plädiert für Impfungen, die die Viruslast um 90 Prozent senken und das Übertragungsrisiko mindern würden. Vor 20 Jahren hatte er bereits einen großen Ausbruch in seinem Unternehmen erlebt. «Wir haben 20 Jahre gelitten und wollen, dass jetzt was getan wird», betonte er. Bund und Länder sollten den Weg für Impfungen ebnen, fordert er.
Zwei weitere Betriebe in Mutzschen, die räumlich getrennt sind, werden vom Landratsamt Borna überwacht und gelten als unabhängig. Der angrenzende Gänsemarkt kann weiterverkaufen, da die Weihnachtsgänse aus anderen Standorten stammen. Im Umkreis von zehn Kilometern gilt Stallpflicht für Geflügel. Seit Anfang Oktober gab es deutschlandweit 171 Ausbrüche, bei denen über zwei Millionen Tiere getötet wurden.
Unterdessen tötete der Zoo Leipzig sieben Pelikane nach dem Tod zweier infizierter Vögel, um die verbleibenden 350 Tiere zu schützen. Diese wurden in Ställe gebracht, und Besucher müssen Desinfektionsmatten nutzen.