Ehemaliger Tennisstar Jo-Wilfried Tsonga hat eine Debatte ausgelöst, indem er behauptete, ein Grand Slam zu gewinnen sei heute einfacher als zur Dominanzzeit von Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic. Seine Aussagen vor den Australian Open haben Reaktionen von Trainern und Spielern hervorgerufen, die argumentieren, dass die aktuelle Ära mit aufstrebenden Stars wie Carlos Alcaraz und Jannik Sinner ihre eigenen Herausforderungen birgt.
Jo-Wilfried Tsonga, der in seiner Karriere ein Grand-Slam-Finale erreichte, stellte kürzlich die Schwierigkeit des Gewinnens von Majors im modernen Tennis infrage. In einem Gespräch mit Univers Tennis lobte er Alcaraz als vollständigen Spieler, fragte aber, ob er in physischer oder mentaler Hinsicht stärker als das Big Three sei. Tsonga äußerte den Wunsch, Alcaraz in einem hypothetischen Draw gegen Juan Martin del Potro, Stan Wawrinka, Djokovic, Nadal und Federer siegen zu sehen. Er merkte an, dass Alcaraz und Sinner 'die einzigen beiden im Feld' seien, die derzeit dominieren. Das Big Three gewann 66 von 81 Majors von Federers erstem Wimbledon-Sieg 2003 bis zu Djokovics US-Open-Triumph 2023. Nur Andy Murray und Wawrinka holten je drei, neun andere Männer teilten sich den Rest über zwei Jahrzehnte. Patrick Mouratoglou, ehemaliger Coach von Serena Williams, konterte in den sozialen Medien und bestand darauf, dass Alcaraz und Sinner kein Lob vorenthalten werden dürfe, da ihr Niveau 'unglaublich' sei. Er meinte, Tsonga hätte Probleme mit heutigen Mittelklassespielern wie Jack Draper, Holger Rune, Alex de Minaur, Taylor Fritz, Ben Shelton und Felix Auger-Aliassime. Alexander Zverev, aktuell Platz 3, beschrieb das Spiel als schneller und physischer denn je. Er erinnerte daran, wie Grand Slams in der Big-Three-Ära vorbestimmt wirkten – Djokovic in Melbourne, Nadal in Paris, Federer und Djokovic in Wimbledon –, wobei die US Open das Hauptbattleground waren. Zverev hofft, dass das aktuelle Duopol von Alcaraz und Sinner sich dieses Jahr ändert. Daniil Medvedev, US-Open-Sieger 2021, räumte die Überlegenheit des Duos ein, betonte aber, dass Überraschungen möglich seien. 'Du kannst jeden an einem gegebenen Tag schlagen', sagte er und nannte seine Grand-Slam-Siege gegen beide. Stan Wawrinka vermied Vergleiche und sagte: 'Ich vergleiche keine Generationen, ich genieße sie.' Die Debatte unterstreicht die sich wandelnde Dynamik im Tennis, bei homogenisierten Belägen werden Ergebnisse unvorhersehbarer, doch Top-Seeds bleiben in späteren Runden formidable Hürden.