Der Wechselkurs des Dollars gegenüber dem Real fiel auf 4,997 R$ – ein Stand, der seit Anfang 2024 nicht mehr erreicht wurde – ausgelöst durch den am 7. April verkündeten Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA. Analysten führen den Rückgang auf eine geringere globale Risikoaversion und neue Kapitalzuflüsse in Schwellenländer wie Brasilien zurück. Die Wahlen 2026 und die öffentlichen Finanzen mahnen jedoch zur Vorsicht.
Wie Experten gegenüber Folha de S.Paulo bestätigten, fiel der Dollar unter die Marke von 5 R$ auf 4,997 R$. Dieses Niveau erinnert an den Stand von Anfang 2024, trotz der angespannten brasilianischen Staatsfinanzen und eines Höchststandes von 6,27 R$ im Dezember 2024.
Der entscheidende Auslöser war der am 7. April verkündete Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA, der die globale Risikoaversion dämpfte und eine Umschichtung von Investitionen in Richtung Schwellenländer anregte. Seit Donald Trump Anfang 2025 erneut das Weiße Haus bezog, ist der Dollar gegenüber dem Real um 18,9 % gefallen. Brasiliens Leitzins Selic von 14,75 % im Vergleich zu 3,5 % bis 3,75 % in den USA begünstigt Carry-Trade-Strategien.
„Ausländische Investoren suchen nach Möglichkeiten in Schwellenländern mit geringerem Risiko“, sagt Lucca Bezzon von StoneX. Gustavo Sung von Suno Research verweist auf die große Zinskluft.
Marktteilnehmer bleiben hinsichtlich der Wahlen 2026 vorsichtig. Paula Zogbi von Nomad stellt fest: „Die Diskussion über die brasilianischen Staatsausgaben hat nicht an Bedeutung verloren.“ Das Focus-Bulletin prognostiziert den Dollar bis Ende 2026 auf 5,37 R$ und den Selic-Zins auf 12,50 %.