Anwälte der UTA-Opfer greifen Sarkozy im Prozess um libysche Finanzierung scharf an

Die Anwälte der Angehörigen der französischen Opfer des UTA-DC-10-Attentats haben am Dienstag im Berufungsprozess zur „Libyen-Affäre“ ein flammendes Plädoyer gehalten. Sie richteten sich insbesondere gegen Nicolas Sarkozy, dem Korruption vorgeworfen wird. Rechtsanwalt Vincent Ollivier prangerte eine „Mauer des Schweigens“ an, die den ehemaligen Präsidenten schütze.

Im Berufungsprozess vor dem Pariser Gericht zur „Libyen-Affäre“ haben die Anwälte der Nebenkläger am Dienstag, dem 5. Mai 2026, mit ihren Plädoyers begonnen. Rechtsanwalt Vincent Ollivier und Rechtsanwältin Laure Heinich, die Angehörige der 54 französischen Opfer des UTA-DC-10-Attentats von 1989 vertreten, griffen die von Nicolas Sarkozy angeführten Angeklagten scharf an.

„Das Wort 'Korruption' hat im Französischen zwei Bedeutungen. Die erste ist die der Juristen. Und die zweite die der Moralisten, Naturwissenschaftler und Rechtsmediziner, die damit den langsamen Zersetzungsprozess von Materie oder Werten bezeichnen, mit anderen Worten: Fäulnis“, erklärte Ollivier. Seine Mandanten seien mit der „etwas naiven Hoffnung“ zur Berufungsverhandlung gekommen, „dass die Omertà gebrochen wird, dass die Mauer des Schweigens, die Nicolas Sarkozy schützen soll, Risse bekommt“.

Der Anwalt trat wie ein Staatsanwalt auf, ohne dabei Tatsachen beweisen zu müssen, und lieferte eine vernichtende Anklageschrift gegen den Beschuldigten. Das Attentat von 1989, das vom libyschen Geheimdienst unter Abdallah Senussi orchestriert wurde, zerstörte das Flugzeug und verbindet die Opfer mit der mutmaßlichen Korruption um libysche Gelder für Sarkozys Wahlkampf 2007.

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