Bei der Anhörung vor dem Pariser Berufungsgericht am 14. April 2026 kritisierte Nicolas Sarkozy seinen ehemaligen Stabschef Claude Guéant, der wegen schwerer Krankheit abwesend war. Guéants Anwalt legte eine unterzeichnete eidesstattliche Erklärung seines Mandanten vom 11. April vor, in der dieser die Haltung des ehemaligen Präsidenten bestreitet. Das Dokument zielt darauf ab, Sarkozys Anschuldigungen zu entkräften.
Nicolas Sarkozy erläuterte zu Beginn der Anhörung am Dienstag vor dem Pariser Berufungsgericht seine Sicht auf Claude Guéant, seinen ehemaligen Stabschef. Der ehemalige Präsident beschrieb ihn als einen tadellosen Beamten mit einer zutiefst käuflichen Seite und äußerte sich erstaunt. "Als ich Claude Guéant wirklich kennenlernte, hatte er den Ruf eines Jansenisten, arbeitete ständig und nahm an keinen gesellschaftlichen Veranstaltungen teil. [...] War er das Opfer von Betrügern? Das entspricht nicht dem Mann, dem ich vertraut habe...", erklärte Sarkozy. Claude Guéant, 81 Jahre alt und schwer krank, ist von der Anwesenheitspflicht befreit. Sein Anwalt, Me Philippe Bouchez-El Ghozi, reichte eine brisante handschriftliche Erklärung seines Mandanten vom 11. April ein. Das Dokument bringt Guéants Ablehnung von Sarkozys "neuer Positionierung" im Fall der Libyen-Finanzierung zum Ausdruck. Dieser Gegenangriff erfolgt inmitten des Berufungsprozesses in der sogenannten "Libyen-Finanzierungsaffäre", in der Sarkozy und andere Angeklagte ihre Verurteilungen anfechten.