Eine Ipsos/BVA-Umfrage vom 4. Februar setzt Alain Carignon, einen ehemaligen Bürgermeister, der wegen Korruption verurteilt wurde, auf den zweiten Platz bei den Gemeinderatswahlen in Grenoble im März, knapp hinter der linken Kandidatin Laurence Ruffin, die vom scheidenden Grünen Bürgermeister Eric Piolle unterstützt wird. Seine Kandidatur sorgt für Kontroversen in einer Stadt mit zunehmender Unsicherheit. Ruffin setzt auf Jugend, Solidarität und Kultur.
Die März-Gemeinderatswahlen in Grenoble werden knapp mit der Rückkehr von Alain Carignon, Kandidat der Les Républicains (LR) und ehemaligem Minister unter Édouard Balladur. Bürgermeister von 1983 bis 1995, wurde er 1996 zu fünf Jahren Haft verurteilt, davon vier fest, und fünf Jahren Wählbarkeitsverlust wegen Korruption und Missbrauchs öffentlicher Gelder. Er saß 29 Monate, ein Rekord für einen Politiker. nnDie Ipsos/BVA-Umfrage, berichtet von Le Dauphiné Libéré, überrascht, indem sie ihn Zweiten platziert, nicht weit hinter Laurence Ruffin, der einzigen Frau im Rennen und unterstützt vom scheidenden Grünen Bürgermeister Eric Piolle. Bei der Eröffnung seines Wahlbüros im September 2025 hielten etwa hundert Protestierende Schilder mit «Dieb, Betrüger» und «Carignon, Geld, Gefängnis». nnCarignon weist die Kritik zurück: «Ich wurde vor dreißig Jahren verurteilt und habe der Stadt keinen moralischen oder politischen Schaden zugefügt.» Raymond Avrillier, der Whistleblower, der die Ermittlungen gegen ihn auslöste, kontert: «Er ist ein Korruptierer, Zeugenbestochener. Die Fakten bleiben.» Auf einer niedrigen Position auf Ruffins Liste platziert, fügt Avrillier hinzu: «Ich unterstütze die Resozialisierung von Straftätern, aber nicht am Ort ihrer Verbrechen.» nnRuffin sagt: «Ich nehme meine Gegner sehr ernst.» Ein Plakat von Le Dauphiné Libéré fragt: «Wie wurde Carignon wieder salonfähig?» Vor dem Hintergrund zunehmender Unsicherheit zeigen die Kampagnen tiefe Spaltungen.