Im indigenen Municipio Chenalhó in Chiapas zwangen Dorfbewohner zwei Brüder, die ihres Vaters Mord beschuldigt werden, diesen zu begraben, bevor sie sie den Behörden übergaben. Die Leiche des Opfers, in Verwesung übergegangen, wurde nach 12 Tagen Vermisstenzeit gefesselt und in einem Sack gefunden. Der Vorfall scheint mit einem Landstreit verbunden zu sein.
Dienstag, den 16. Dezember, gegen 15 Uhr entdeckten Bewohner der zapatistischen Gemeinde Polhó in Chenalhó, Chiapas, die Leiche eines älteren Mannes in fortgeschrittenem Verwesungsstadium. Das Opfer wurde als Yovano 'N', bekannt als Don Chus, identifiziert, der seit etwa 12 Tagen vermisst gemeldet war. Die Leiche wurde mit gefesselten Händen und Füßen gefunden, in einem Sack gewickelt, was Passanten in der Gegend alarmierte.
Personal des Zivilschutzes sicherte den Tatort, um Beweise zu erhalten, und benachrichtigte traditionelle und ministerielle Behörden, die eine Ermittlungsakte eröffneten. Laut lokalen Berichten hängt das Verbrechen mit einem Streit um Landbesitz im Municipio zusammen. Daraufhin nahm die Gemeinde zwei Söhne des Verstorbenen als mutmaßliche Täter fest.
In einem Video des Journalisten Carlos Jiménez sind die Brüder — mit Seilen gefesselt, um Flucht zu verhindern — zu sehen, wie sie die Leiche ihres Vaters tragen und in einen Sarg legen. Dann graben sie ein Loch und begraben ihn, wobei sie den Sarg mit einem Seil sichern. Diese Gemeindeaktion fand statt, bevor die Verdächtigen an die staatlichen Behörden zur weiteren Untersuchung übergeben wurden.
Chenalhó in der Hochlandregion von Chiapas ist bekannt für territoriale Spannungen in indigenen Gemeinden. Dieser Vorfall unterstreicht die Rolle lokaler Bräuche bei der anfänglichen Gerechtigkeit, obwohl nun die ministeriellen Behörden die Ermittlungen leiten.