Gesundheit, die größte Sorge der französischen Wähler bei den Kommunalwahlen am 15. und 22. März, entfacht erneut Debatten über die sanitäre Dezentralisierung. In einem Gastbeitrag in Le Monde heben der Soziologe Daniel Benamouzig und der Arzt Franck Chauvin die Stärkung lokaler Ebenen, insbesondere kommunaler, inmitten der Belastungen des Gesundheitssystems hervor.
In einem Gastbeitrag in Le Monde untersuchen der Soziologe Daniel Benamouzig und der Arzt Franck Chauvin die jüngsten Entwicklungen in der französischen öffentlichen Gesundheitspolitik. Sie beobachten, dass trotz der Förderung des Labels France Santé durch den Premierminister zur Verbesserung des Zugangs zur Versorgung und der Stärkung departementaler Rollen die departementale Ebene sich nicht als wirksam erwiesen hat, insbesondere in Bereichen wie Alterung oder Mutter-und-Kind-Schutz. Derweil zeigen territoriale Autoritäten wie Metropolen, Kommunalverbände und Gemeinden ein wachsendes Interesse an der Gesundheit ihrer Bevölkerung und setzen bereits um. Dieser Trend ereignet sich inmitten anhaltender Haushaltszwänge und demokratischer Fragilität mit instabilen Mehrheiten, schneller Wechsel von Gesundheitsministern und Fehlen kohärenter strukturierender Gesetzgebung. Seit der Covid-19-Krise werden lokale Behörden aufgefordert, konkrete Lösungen für Versorgungszugangsprobleme zu bieten, was einen Wandel demokratischer Erwartungen zu Bürgermeistern statt zu fernen Zentralbehörden signalisiert. Die Autoren unterstreichen die Fähigkeit lokaler Behörden, Gesundheit „in allen Politiken“ zu fördern, im Sinne des Ansatzes der Weltgesundheitsorganisation. Dies richtet sich auf Gesundheitsdeterminanten wie Wohnen, Verkehr, Stadtplanung, Zugang zu Grünflächen und körperliche Aktivität, die größtenteils lokale Zuständigkeiten betreffen, über die nationale Verantwortung für die Versorgung hinaus.