Die Kommunalwahlen am 15. und 22. März wählen nicht nur Bürgermeister, sondern auch Räte für Intercommunalités bzw. »Intercos«. Diese Strukturen, die Gemeinden bündeln, um zentrale lokale Zuständigkeiten zu übernehmen, sind der Öffentlichkeit trotz ihrer Schlüsselrolle weitgehend unbekannt. Anne Terlez, Vizepräsidentin der Agglo Seine-Eure, betont die Notwendigkeit, Wähler über diesen doppelten Wahlgegenstand aufzuklären.
Die Kommunalwahlen in Frankreich gehen über die Wahl von Bürgermeistern hinaus. Sie wählen auch Räte für Intercommunalités, unverzichtbare Zusammenschlüsse von Gemeinden in der territorialen Verwaltung. Je nach Regionen bilden sich diese »Intercos« als Gemeindeverbände, urbane Gemeinschaften oder Metropolen. Die Abstimmungen am Sonntag, den 15. und 22. März, ebnen den Weg für die Senatswahlen im September 2026, da Senatoren größtenteils von den Gemeinderäten gewählt werden. Dennoch werden viele lokale Zuständigkeiten – wie Raumplanung oder öffentliche Dienstleistungen – jetzt von diesen Intercommunalités übernommen, was ihre Wahl besonders wichtig macht. »Es ist wichtig, dass unsere Bürger diese Wahl mit doppeltem Einsatz gut verstehen«, weil »ein großer Teil der Zuständigkeiten auf unseren Territorien von Intercommunalités ausgeübt wird«, erklärte Anne Terlez, Vizepräsidentin der Agglo Seine-Eure und des Verbands Intercommunalités de France, auf einer Pressekonferenz Ende Januar in Paris. Trotz ihrer Bedeutung bleiben die Rolle und Funktionsweise von Intercos vielen Wählern unklar. Die Wahlkämpfe klären dies nicht immer. 2020 beobachteten die Politikwissenschaftler Rémi Lefebvre und Sébastien Vignon, dass »Kandidaten befürchten, den Glauben an die Handlungsfähigkeit der Bürgermeister zu schwächen« und »die Mobilisierung zu schädigen«, indem sie diese Strukturen betonen. Diese Unklarheit besteht weiterhin, obwohl Intercos einen wachsenden Anteil lokaler Entscheidungen steuern, die das tägliche Leben der Bürger direkt betreffen.