Vier Astronauten sind zum ersten Mal seit über 50 Jahren auf dem Weg zum Mond. Die Crew startete um 18:35 Uhr Ortszeit von Cape Canaveral, Florida, in der Orion-Kapsel an der Spitze des Space Launch System. Die Mission baut auf Artemis 1 auf und setzt Meilensteine für Frauen und nicht-weiße Astronauten.
Die Artemis-2-Mission hob nach mehreren Verzögerungen aufgrund technischer Probleme ab. An Bord der Orion-Kapsel befinden sich die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie der Kanadier Jeremy Hansen. Koch ist die erste Frau auf einer NASA-Mondmission, Glover die erste nicht-weiße Person und Hansen der erste Kanadier.
Die Crew wird etwa zehn Tage im Weltraum verbringen und mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Die Flugbahn beschreibt eine Acht um Erde und Mond und erreicht einen fernsten Punkt von etwa 370.000 Kilometern von der Erde, etwa 7.500 Kilometer hinter der Mondrückseite. Orion fliegt größtenteils automatisch, doch die Astronauten werden manuelle Steuerungen testen sowie Systeme und Gesundheitsdaten überwachen.
Der deutsche Astronaut Alexander Gerst nannte es einen "historischen Tag", während sein Kollege Matthias Maurer es als "ein ganz neues Kapitel für die Raumfahrt" beschrieb. US-Präsident Donald Trump postete auf Truth Social: "Wir gewinnen im Weltraum, auf der Erde und überall dazwischen – wirtschaftlich, militärisch und jetzt auch jenseits der Sterne." ESA-Chef Josef Aschbacher sagte: "Wir stehen an der Schwelle einer historischen Rückkehr."
Das 2017 von der NASA gestartete Artemis-Programm plant zukünftige Landungen. Der neue NASA-Chef Jared Isaacman hat die Zeitpläne überarbeitet: Artemis 3 soll im nächsten Jahr an Mondlandemodule andocken, Landungen sind für 2028 vorgesehen. Die ESA liefert das Servicemodul aus Bremen, und Gerst stellt sich eine europäische Mondstation vor.
Im globalen Wettlauf ins All konkurrieren die USA mit China, das Landungen bis 2030 anstrebt, und Russland, das mit Verzögerungen zu kämpfen hat.