Anleihegläubiger kritisieren IWF wegen Äthiopien-Schuldenanalyse

Das Ad-hoc-Komitee der Anleihegläubiger hat eine grundsätzliche Einigung mit Äthiopien zur Umstrukturierung von Schulden in Höhe von 880 Millionen US-Dollar erzielt, kritisiert jedoch den IWF und die offiziellen Gläubiger für fehlerhafte Prognosen, die einen Staatsbankrott in die Länge gezogen haben.

Das Komitee, das etwa 45 Prozent der äthiopischen Eurobonds mit Fälligkeit 2024 vertritt, gab die Einigung bekannt, die ausstehenden Schulden in eine neue Anleihe mit Fälligkeit im Juli 2029 umzuwandeln. Es warf dem IWF vor, in seiner Schuldentragfähigkeitsanalyse ungenaue Prognosen verwendet zu haben, durch die Äthiopiens Exportleistung während der ersten zwei Jahre des Programms der erweiterten Kreditfazilität um 129 Prozent beziehungsweise 88 Prozent unterschätzt wurde. Die Anleihegläubiger erklärten, dass diese Fehler zu einer unnötig alarmistischen Sicht auf Äthiopiens Schuldenbedarf geführt hätten. Sie kritisierten zudem das Komitee der offiziellen Gläubiger dafür, dass es Vergleichbarkeitsregeln auf der Grundlage veralteter Annahmen angewandt und stärkere Wirtschaftsdaten ignoriert habe. Die Stellungnahme stellte fest, dass der IWF als bevorzugter Gläubiger und Schiedsrichter bei Umstrukturierungen in einem Interessenkonflikt stehe. Die Gruppe fügte hinzu, dass Äthiopien den zweieinhalbjährigen Zahlungsausfall hätte vermeiden können, wenn es einen früheren, tragfähigen Vorschlag des Komitees angenommen hätte.

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