Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für 2026 ein globales Wachstum von 3,1 %. Dies entspricht einer Abwärtskorrektur von 0,2 Prozentpunkten gegenüber früheren Schätzungen, die auf den Konflikt im Nahen Osten zurückzuführen ist. Die weltweite Inflation dürfte aufgrund gestiegener Energiekosten auf 4,4 % steigen. In ungünstigen Szenarien könnte das Wachstum auf nahezu 2 % sinken, bei einer Inflation von fast 6 %.
Der IWF veröffentlichte seinen World Economic Outlook und wies auf die gestiegene Unsicherheit durch den Konflikt im Nahen Osten hin, der die bisherige Erholung beeinträchtigt.
Der Fonds skizziert drei wesentliche Wirkungskanäle: einen Energieschock, der Kosten und Inflation in die Höhe treibt, das Risiko von Zweitrundeneffekten wie Lohnerhöhungen sowie finanzielle Reaktionen mit Risikoaversion und einem stärkeren Dollar.
Hinsichtlich der Geldpolitik beschreibt der IWF ein Dilemma: Vorübergehende Inflation tolerieren, sofern die Erwartungen verankert bleiben, oder eine Straffung vornehmen, falls diese sich verschlechtern – was von der Glaubwürdigkeit der Zentralbanken abhängt.
Schwellenländer müssen bei ihren Wachstumsprognosen für 2026 einen Abschlag von 0,3 Prozentpunkten hinnehmen und sind anfälliger für externe Schocks, insbesondere Energieimporteure mit früheren fiskalischen Schwächen.
In Kolumbien erreichte das primäre Haushaltsdefizit bis Februar -0,7 % des BIP, was vor dem Hintergrund hoher Ölpreise, finanzieller Volatilität und einer steigenden Risikowahrnehmung den Druck auf Zinssätze und Kreditkosten erhöhte.