Äthiopien hat nach einem persönlichen Besuch und virtuellen Gesprächen eine Einigung auf Arbeitsebene mit dem IWF über die fünfte Überprüfung seines Wirtschaftsreformprogramms erzielt.
Ein IWF-Team unter der Leitung von Alvaro Piris besuchte Addis Abeba vom 6. bis 20. Mai 2026, um die Überprüfung zu erörtern. Die Gespräche wurden virtuell fortgesetzt und konzentrierten sich auf die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Auswirkungen des Nahostkonflikts. Piris erklärte, dass die Behörden Fortschritte bei der "Homegrown Economic Reform Agenda" erzielt hätten, wobei sich Produktionsindikatoren, Exporte, Währungsreserven und Staatseinnahmen bis Anfang 2026 bei gleichzeitig sinkender Inflation verbessert hätten. Er merkte an, dass der Konflikt zwar externe Schocks wie Handelsunterbrechungen und höhere Preise für Treibstoff und Düngemittel verursacht habe, die wirtschaftliche Aktivität jedoch robust geblieben sei. Der IWF lobte Äthiopiens straffe Geldpolitik als Schutzmaßnahme gegen die Inflation und forderte weitere Fortschritte bei der Transparenz des Devisenmarktes, einer besonnenen Ausgabenpolitik sowie der Einnahmenmobilisierung. Auch bei der Behandlung der Auslandsschulden wurden gute Fortschritte gemeldet, da die Gespräche mit den Gläubigern planmäßig voranschreiten.