Fabiano Caruana hat den kostspieligen Einzugsfehler des Weltmeisters D Gukesh bei den Tata Steel Chess Masters als seltenen Fall von Schachblindheit beschrieben. Der Vorfall ereignete sich in Runde sechs gegen Nodirbek Abdusattorov und führte zu Gukeshs sofortigem Rücktritt. Caruana betonte, dass solche Aussetzer für den jungen indischen Großmeister ungewöhnlich sind.
Im laufenden Tata Steel Chess Masters Turnier in Wijk aan Zee, Niederlande, steht der 19-jährige Weltmeister D Gukesh wegen seiner Form nach mehreren Rückschlägen in der Kritik. Am dramatischsten war seine Niederlage in Runde sechs gegen Nodirbek Abdusattorov, bei der Gukesh nach einem Fehler aufgab, der ihm Turm und Bauer mit Schach gekostet hätte. Der italo-amerikanische Großmeister Fabiano Caruana, der dieses Jahr nicht teilnimmt, analysierte den Fehler in seinem C Squared Podcast und führte ihn auf „Schachblindheit“ zurück – ein plötzlicher Ausfall der Mustererkennung. Caruana erklärte: „Er hat einfach die Dame f6 übersehen. Er dachte exf6, Dame f6, und hat es wohl als etwa gleichwertig bewertet. Er hat einfach Dame f6 übersehen. Wie das passiert, weiß ich nicht. Natürlich passieren schockierende Fehler; es ist nur Visualisierung, oder?“ Er merkte an, dass dieser Art Fehler Gukesh selten betrifft und schätzte, dass es „einmal von hundert Malen“ vorkommt, im Gegensatz zu Spielern wie Vincent Keymer, bei dem es „null von hundert Malen“ sein könnte. Caruana betonte, es liege nicht an Konzentrationsverlust, sondern an einem zufälligen neurologischen Ruck: „Schachblindheit passiert auf verschiedene Weise zu verschiedenen Zeiten. Es passiert normalerweise nicht so. Ich denke einfach, Schachblindheit kann einen jederzeit treffen, und manche Menschen sind weniger anfällig dafür als andere.“ Der Fehler traf Gukesh tief, der minutenlang schweigend am Brett saß und es später allein im Presseraum verarbeitete. Seine Probleme hielten an: In Runde neun gegen Matthias Bluebaum geriet er aus der Petrov-Verteidigung in eine strategisch verlorene Stellung und gab nach 37 Zügen auf. Caruana fand das besonders überraschend und sagte, Gukesh sei von der Vorbereitung in ein verzweifeltes Gegnerfarbenläufer-Endspiel innerhalb von fünf Zügen geraten. Zudem hielt Gukesh in Runde 12 gegen Hans Niemann einen Vorteil, übersah aber auf Zug 41 einen Springer, was zu Remis führte. Diese Vorfälle haben Gukesh aus dem Titelkampf gedrängt und unterstreichen den Druck auf den jungen Meister.