Die dänische Regierung hat Frankreichs Einladung zu einer Zusammenarbeit bei der Atomabschreckung angenommen, während Schweden an einem vertieften Dialog teilnimmt. Präsident Emmanuel Macron kündigte die Erweiterung des französischen Atomarsenals an und lud mehrere europäische Länder zu Übungen ein. Die Kooperation wird als Ergänzung zur NATO gesehen, ohne Dänemarks Politik gegen Atomwaffen auf dänischem Boden zu ändern.
Präsident Emmanuel Macron hielt am Montag eine Rede von einer Marinestützpunkt in der Bretagne und beschrieb eine geopolitische Phase der Umwälzungen mit wachsenden Risiken von Atommächten, einschließlich Konflikten in der Ukraine, zwischen Indien und Pakistan sowie im Nahen Osten. Er kündigte an, dass Frankreich die Anzahl der Sprengköpfe in seinem Arsenal erweitert und künftig keine Zahlen mehr veröffentlicht. Frankreich verfügt über etwa 300 Atomwaffen im Vergleich zu je über 5000 bei Russland und den USA. Macron lud acht europäische Länder – Großbritannien, Deutschland, Polen, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Dänemark und Schweden – zur Zusammenarbeit bei der Stärkung der europäischen Abschreckungskapazität ein. Dänemark bestätigte am Abend in einer Pressekonferenz mit Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen und Außenminister Lars Løkke Rasmussen die Annahme der Einladung. Die Kooperation könnte Übungen mit französischen Atomstreitkräften umfassen, doch Dänemarks Prinzip gegen die Stationierung von Atomwaffen auf dänischem Boden in Friedenszeiten bleibt bestehen. „Die dänische Atompolitik ändert sich nicht“, sagte Frederiksen. Løkke Rasmussen betonte: „Europa muss eine größere Last tragen“, und dass die Kooperation NATO ergänzt. Der Verteidigungsanalyst Jakob Beim nennt es einen Paradigmenwechsel der dänischen Sicherheitspolitik trotz unpräziser Formulierungen. Schweden nimmt an einem vertieften Dialog teil. „Die Gespräche werden behandeln, wie Frankreichs nationale Atomwaffen zu einer klareren gemeinsamen europäischen Abschreckung beitragen können“, sagte Ministerpräsident Ulf Kristersson. Langfristig könnten französische Atomwaffen, vermutlich über Rafale-Flugzeuge, in anderen Ländern stationiert werden, wobei der französische Präsident alleinige Entscheidungsbefugnis behält. Deutschland hat bereits eine hochrangige Gruppe zur Koordination mit Frankreich gebildet, mit Übungen später in diesem Jahr. Macrons Initiative wird seit 2020 verfolgt, beschleunigt durch Trumps Drohung gegen Dänemark bezüglich Grönlands im Vorjahr, doch Kritiker wie Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon hinterfragen sie vor der nächsten Präsidentschaftswahl.