Finnlands Regierung schlägt vor, das derzeitige Verbot von Atomwaffen auf finnischem Territorium so schnell wie möglich aufzuheben, um die Sicherheit des Landes als NATO-Mitglied zu stärken. Verteidigungsminister Antti Häkkänen betont, dass die Änderung nur für die militärische Verteidigung gilt und keine Pläne zur Stationierung von Atomwaffen im Land beinhaltet. In Schweden zeigt eine Umfrage, dass eine Mehrheit der parlamentarischen Parteien eine Beteiligung an der europäischen Atomabschreckung unterstützt.
Finnlands Regierung hat vorgeschlagen, das derzeitige Gesetz zu ändern, das den Transport und die Lagerung von Atomwaffen auf finnischem Territorium verbietet. Laut einer Pressemitteilung soll das neue Gesetz „so schnell wie möglich“ in Kraft treten. Verteidigungsminister Antti Häkkänen erklärte auf einer Pressekonferenz, dass „Finnland seine Sicherheit maximieren muss“ und dass die bestehende Gesetzgebung „den Bedürfnissen nicht gerecht wird, die Finnland als NATO-Mitglied hat“, berichtet die schwedische Yle. Häkkänen präzisierte, dass der Vorschlag Atomwaffen nur im Zusammenhang mit der militärischen Verteidigung Finnlands erlaubt. „In anderen Fällen als diesen bleiben der Import, Transit und Besitz von Atomwaffen in Finnland verboten“, sagte er. Die Regierung strebt nicht danach, Atomwaffen im Land zu stationieren. Der Hintergrund ist die kürzliche Aussage des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, in der er die vorübergehende Platzierung französischer Atomwaffen eröffnete und Schweden sowie anderen europäischen Verbündeten anbot, an Atomübungen teilzunehmen. In Schweden streiten Regierung und die Oppositionspartei Socialdemokraterna darüber, ein Gespräch mit Frankreich über Atomwaffen zu beginnen. Laut einer SVT-Umfrage wollen fünf von acht parlamentarischen Parteien, dass Schweden zur nuklearen Abschreckung in Europa beiträgt, darunter Moderaterna, Sverigedemokraterna, Kristdemokraterna, Liberalerna und Centerpartiet. Die Hälfte der Parteien ist offen dafür, dass Atomwaffen im Kriegsfall in Schweden platziert werden. Socialdemokraterna sprechen sich gegen mehr Atomwaffen aus und sorgen sich, dass dies das Nichtverbreitungsabkommen untergräbt, so der außenpolitische Sprecher Morgan Johansson: „Wir sollten uns an die Struktur halten, die heute in der NATO existiert.“ Miljöpartiet und Vänsterpartiet wollen ein Gesetz, das Atomwaffen sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten verbietet. Schweden hat den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen 1968 unterzeichnet, aber wachsende Unsicherheiten über das Engagement der USA in der Sicherheit Europas haben die Diskussionen über eine europäische nukleare Fähigkeit wiederbelebt.