Vier Völkerrechtsexperten schreiben in einem Beitrag für DN Debatt, dass die schwedische Regierung das Völkerrecht verharmlost, indem sie die Rechtmäßigkeit von Angriffen der USA und Israels auf den Iran als 'Seminarthema' abtut. Sie beziehen sich dabei auf Aussagen von Premierminister Ulf Kristersson und der stellvertretenden Premierministerin Ebba Busch. Die Experten warnen vor einer Abkehr von der traditionellen außenpolitischen Linie Schwedens.
Vier führende Völkerrechtsexperten – Ove Bring, Mark Klamberg, Said Mahmoudi und Pål Wrange – veröffentlichen einen Debattenartikel in Dagens Nyheter, in dem sie die Haltung der schwedischen Regierung zu den Angriffen der USA und Israels auf den Iran kritisieren. Die Experten behaupten, dass die Angriffe gegen das Kernprinzip des Völkerrechts verstoßen, das gewaltsame Angriffe auf Staaten verbietet.
Premierminister Ulf Kristersson (M) erklärte, die Angriffe entsprächen nicht dem 'traditionellen Völkerrecht' und sagte am 8. März in der Sendung SVT Agenda, dass die Operation zulässig sei, wenn sie erfolgreich ist. In der DN vom 12. April beschrieb er das Völkerrecht als etwas, worüber man kein 'Seminar abhalten' solle. Die stellvertretende Premierministerin Ebba Busch (KD) sagte am 21. März im P1-Lördagsintervju, man solle sich nicht 'in langen Ausführungen darüber verlieren, ob dies auf die richtige Weise geschehen ist'.
Die Experten beschreiben dies als ein Missverständnis oder eine Abkehr vom Völkerrecht als Eckpfeiler der schwedischen Außenpolitik. Sie betonen dessen Bedeutung für die Sicherheit Schwedens durch die NATO, die EU, Handelsabkommen und andere Verträge.
Die Kritik der Regierung an Israel und den USA war den Experten zufolge spät und vorsichtig, während die Kritik am Iran einigermaßen ausgewogen sei. Außenministerin Maria Malmer Stenergard (M) sagte, der Angriff sei nur schwer mit dem Völkerrecht vereinbar. Die Experten fordern Klarstellungen dazu, ob das Völkerrecht für alle gleichermaßen gilt, ob es weiterhin einen Eckpfeiler darstellt und was die Regierung unternehmen wird, um den Respekt davor wiederherzustellen.