Die Parteiführung der Liberalen hat ein internes Rundschreiben an die Bezirksvorsitzenden versandt, in dem gewählte Mandatsträger dazu aufgefordert werden, abweichende Meinungen oder Kritik an der neuen Regierungslinie weder öffentlich noch in den Medien zu äußern. Das Dokument mit dem Titel 'Zukunftsorientierte Geschlossenheit nach internem Konflikt' besagt, dass solche Kritik nur intern zulässig sei. Parteisekretär Fredrik Brange verteidigt das Vorgehen unter Verweis auf den Neuanfang der Partei.
Die Parteiführung der Liberalen hat ein internes Dokument mit dem Titel 'Zukunftsorientierte Geschlossenheit nach internem Konflikt' an die Bezirksvorsitzenden verteilt. Das Schreiben, das Aftonbladet und Ekot vorliegt, weist gewählte Mandatsträger und Kandidaten an, sich nicht aktiv gegen die neue Parteilinie in der Regierungsfrage zu stellen. Es heißt darin: 'Abweichende Ansichten zur neuen Linie in der Regierungsfrage oder Kritik am Prozess oder an der Parteiführung werden NICHT in externen Kontexten oder in den Medien geäußert'. Solche Ansichten seien in internen Gremien willkommen, doch öffentliche Kritik berge die Gefahr, der Partei zu schaden, so das Dokument. Es warnt davor, dass dies das Bild erzeuge, die Partei kümmere sich mehr um interne Machtkämpfe als um gesellschaftliche Themen. Hintergrund ist die Kehrtwende der Partei bezüglich der Einbeziehung der Schwedendemokraten in eine künftige Regierung. Auf einem außerordentlichen Parteitag vor etwa einer Woche stimmte eine knappe Mehrheit für das weitere Vertrauen in die Parteivorsitzende Simona Mohamsson und die neue Linie, begleitet von internen Protesten und Rücktritten. Parteisekretär Fredrik Brange kommentiert schriftlich gegenüber Ekot: 'Für die meisten Organisationen ist es selbstverständlich, intern eine hohe Diskussionskultur und extern eine klare Geschlossenheit zu zeigen. Das gilt für die Liberalen auch in Zukunft'. Ein anonymer liberaler Politiker bezeichnet die Maßnahme als einzigartig und verzweifelt.