Führende Liberale in Jönköping nominieren die wirtschaftspolitische Sprecherin Cecilia Rönn als neue Parteivorsitzende anstelle von Simona Mohamsson. Derweil erklärt der L-Profiler Jan Jönsson, er werde die Politik verlassen, falls die neue Linie der Partei zur Zusammenarbeit mit den Schwedendemokraten auf dem Parteitag am Sonntag angenommen wird.
Die schwedische liberale Partei befindet sich in einer internen Krise, nachdem die Vorsitzende Simona Mohamsson ihre Offenheit für eine Regierungszusammenarbeit mit den Schwedendemokraten erklärt hat. Am Freitag gab Mohamsson eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem SD-Vorsitzenden Jimmie Åkesson, woraufhin der Stockholmer Oppositionsstadtrat Jan Jönsson noch am selben Tag den Parteivorstand verließ. Jönsson erklärte gegenüber Dagens Nyheter, er könne nicht weiter in der Politik bleiben, wenn die neue Linie auf dem außerordentlichen Parteitag am Sonntag, den 22. März, angenommen wird. "Dann kann ich meiner eigenen Ethik und Moral und den Grundwerten, für die ich stehe, nicht mehr gerecht werden", sagt er. Er beschreibt, wie schockiert er war, als er sah, wie Mohamsson "Jimmie Åkesson umarmte", und er hat die L-Nadel von seinem Revers entfernt. Mohamsson kommentiert: "Jan Jönsson hat Stockholm zu einer besseren und freieren Stadt gemacht. Unabhängig von seiner Entscheidung habe ich großen Respekt vor ihr". Mehrere andere Abgeordnete haben signalisiert, dass sie die Partei verlassen könnten. Unterdessen nominieren die führenden Liberalen in Jönköping die wirtschaftspolitische Sprecherin Cecilia Rönn als Herausforderin. Rönn sagt der TT: "Das ist eine große Entscheidung, die ich sehr ernst nehme. Für mich geht es letztlich um die langfristige Ausrichtung und die Werte der Partei." Die Nominierung wird u.a. von Jimmy Ekström und Jakob Olofsgård befürwortet. Ekström sagt, dass Rönn in mehreren Teilen des Landes diskutiert wird. Die Kandidaten müssen dem Nominierungsausschuss bis Donnerstag um 19 Uhr vorgeschlagen werden. Am Sonntag wird die Partei über Mohamsson als Vorsitzenden und indirekt über die neue Zusammenarbeit abstimmen.