Der Vorstand der Liberalen hat knapp eine Zusammenarbeit genehmigt, die Schwedendemokraten in einer künftigen Regierung ermöglicht. Die Entscheidung kehrt die bisherige Haltung der Partei um und hat zu Spaltungen und Rücktritten innerhalb der Partei geführt. Die Frage wird am 22. März auf einem Parteitag entschieden.
Am Freitag, dem 13. März 2026, hat eine knappe Mehrheit im Vorstand der Liberalen für die Zulassung der Schwedendemokraten in einer künftigen Regierung gestimmt, berichtet Dagens Nyheter. Dies markiert eine vollständige Kehrtwende von der bisherigen Position der Partei. Noch im Oktober schrieb Parteichefin Simona Mohamsson in DN Debatt, dass sie keine Regierung mit SD-Ministern ermöglichen würde, und erklärte, die „Schwedendemokraten benehmen sich schlecht“ und „sind keine bürgerliche Partei“. Im November entschied der Parteitag gegen die Unterstützung einer Regierung mit SD-Ministern und optierte stattdessen dafür, eine mit den Moderaten und Christdemokraten zu bilden, mit SD als unterstützender Partei. Die Frage spaltet die Partei seit Langem. Im Frühling 2021 stimmten die Liberalen dafür, eine bürgerliche Regierung auch mit Unterstützung der SD anzustreben, was viele Politiker zum Austritt veranlasste. Nun fordern die SD Ministerposten in einer neuen Tidö-Regierung. Die Liberalen liegen in Umfragen schlecht da, mit nur 2 Prozent Zustimmung in der DN/Ipsos-Umfrage vom Februar, unter der 4-Prozent-Hürde für das Parlament. Die Entscheidung muss auf dem Parteitag am 22. März genehmigt werden, auf dem auch Simona Mohamsson zur Parteichefin gewählt werden soll. Wird das Abkommen nicht akzeptiert, wird erwartet, dass Mohamsson zurücktritt. Mehrere führende Politiker haben bereits Rücktritte angekündigt. Die wirtschaftspolitische Sprecherin Cecilia Rönn sagt: „Wenn der Parteitag die Entscheidung aufrechterhält, werde ich nicht bei der Wahl kandidieren.“ Die Liberale Jugend (Luf) fordert, dass der gesamte Vorstand, einschließlich Mohamsson, auf einem außerordentlichen Parteitag seine Posten räumt. Luf-Chef Anton Holmlund bezeichnet die Analyse hinter der Entscheidung als „falsch“ und sagt, sie mache die Partei „noch unklarer und prinzipienloser.“ Auf SD-Seite herrscht Einigkeit. Politikwissenschaftler Jonas Hinnfors beschreibt SD als Gewinner, da die Partei im Abkommen „fast nichts“ eingeräumt habe. SD-Spitzenpolitiker Jörgen Fogelklou sagt, es gebe keine Zugeständnisse in den vier Punkten und die Nachricht sei „sehr erfreulich“. Laut einer anderen Quelle geht es um 15 Abkommenpunkte. Politikwissenschaftler Erik Wångmar warnt, dass SD viele Schlüsselministerposten bekommen könnte, falls sie nach der Wahl die größte Partei wird.