Die schwedischen Liberalen haben Simona Mohamsson mit knapper Mehrheit in einem vierstündigen digitalen außerordentlichen Parteitag, der von erheblichen technischen Problemen geprägt war, als Parteivorsitzende wiedergewählt. Die Abstimmung bestätigt den neuen Kurs der Partei, die SD in eine potenzielle Tidö-Regierung einzubeziehen. Mehrere Mitglieder treten aus Protest zurück.
Am Sonntag, den 22. März 2026, hielten die schwedischen Liberalen (L) einen außerordentlichen digitalen Parteitag mit 183 Delegierten ab, von denen 177 anwesend waren. Das Treffen, das sich aufgrund technischer Probleme verzögerte, wurde viermal wegen Verzögerungen, schlechter Tonqualität und Unterbrechungen pausiert. Anträge auf Vertagung wurden trotz Kritik an der Legitimität und der kurzen Frist (eine Woche statt der üblichen fünf für reguläre Parteitage) abgelehnt. Das Präsidium unter dem Vorsitz von Arman Teimouri verfuhr laut Parteisekretär Fredrik Brange satzungsgemäß. 95 Delegierte stimmten für Simona Mohamsson als Vorsitzende, 80 enthielten sich und zwei waren bei der Abstimmung abwesend – es gab keinen Gegenkandidaten. Mohamsson bezeichnete es als einen 'Neustart für die Liberalen' und sagte: 'Zehn Jahre des Leidens sind vorbei. Durch das Schweden-Versprechen gibt es nun eine geschlossene Regierungsalternative auf unserer Seite der Politik.' Sie unterstützt Ulf Kristersson (M) als Premierministerkandidaten und schließt Verhandlungen über Kabinettsposten mit der SD vor der Wahl aus. Kritiker sicherten sich das Recht auf Stimmenthaltung, bedauerten jedoch, dass es keine getrennte Abstimmung über die Zusammenarbeit mit der SD gab. Mehrere L-Persönlichkeiten treten zurück: Der Stockholmer Oppositionsstadtrat Jan Jönsson spricht von 'schmerzlicher Trauer', Malin Sjöberg Högrell zieht ihre Kandidaturen zurück, der Vorsitzende aus Kalmar, Jonathan Strömberg, tritt unter Verweis auf die Anti-Extremismus-Geschichte der Partei zurück. Die Politikwissenschaftlerin Jenny Madestam sagte, das Treffen hätte abgebrochen werden müssen; Andreas Johansson Heinö bezeichnete das Chaos als 'symbolisch' für ein schwaches Mandat. Der Sozialdemokrat Tobias Baudin sieht eine 'neue Situation', die die Chancen von Jimmie Åkesson als Premierminister erhöht; Ulf Kristersson begrüßt das Ergebnis.