Die Sozialdemokraten, die Linkspartei und die Grünen sind offen dafür, die Schwedendemokraten (SD) aus dem Abstimmungsausgleichssystem des Reichstags auszuschließen, nachdem die Partei letzte Woche das Abkommen gebrochen hatte. Ein neues Treffen der Fraktionsvorsitzenden wird für Donnerstag erwartet. Bei der Abstimmung über die Gesetzgebung zur Kernkraft am Mittwoch war die vollständige Anwesenheit aller Abgeordneten erforderlich.
Die Schwedendemokraten riefen letzte Woche bei einer Abstimmung über verschärfte Einbürgerungsregeln zwei Abgeordnete aus dem Abstimmungsausgleich zurück. Dieser Schritt setzte das System außer Kraft. Alle Parteien wiesen daraufhin ihre Abgeordneten an, persönlich an Abstimmungen teilzunehmen.
Die sozialdemokratische Abgeordnete Marianne Fundahn reiste von Trelleborg nach Stockholm, obwohl ihr zwei Wochen zuvor ein Lungenflügel entfernt worden war. Sie sagte, sie habe „Was zum Teufel“ gedacht, als ihr mitgeteilt wurde, dass sie erscheinen müsse, fühlte aber, dass sie das Risiko eines Stimmenverlusts nicht eingehen könne.
Am Mittwoch stimmte der Reichstag über eine neue Gesetzgebung zur Genehmigung von Kernkraftanlagen ab. Der Vorschlag der Regierung wurde mit 175 zu 173 Stimmen angenommen. Nur ein Abgeordneter der Moderaten fehlte. Jimmie Åkesson verteidigte das Vorgehen seiner Partei und erklärte, er bereue nichts.
Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Samuel Gonzalez Westling, und die Sozialdemokratin Lena Hallengren öffneten beide die Tür für ein neues System ohne die Schwedendemokraten. Es wird erwartet, dass die Moderaten auf dem Treffen am Donnerstag einen Vorschlag vorlegen.