Die Parteivorsitzenden debattierten am Sonntagabend in der Sendung Agenda von SVT über Energie, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Migration. Der Ton war zurückhaltender als bei der Herbstdebatte, doch das parlamentarische System der Stimmkompensation sowie die Energiepolitik sorgten für Spannungen. Jimmie Åkesson warf den Grünen vor, versuchen zu wollen, Stimmen von unabhängigen Abgeordneten zu 'kaufen'.
Die Parteivorsitzendebatte in der Sendung Agenda von SVT wurde am Sonntagabend, dem 3. Mai 2026, ausgestrahlt und konzentrierte sich auf die Themen Energie, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Migration. Die Moderatoren Camilla Kvartoft und Anders Holmberg erinnerten die Teilnehmer zu Beginn daran, Respekt zu zeigen und Unterbrechungen zu vermeiden, nachdem es für die vorangegangene Debatte Kritik gegeben hatte. Ulf Kristersson (M) sagte: 'Ich denke, wir sollten einander mit Respekt begegnen. Man spricht nacheinander und vermeidet es, den anderen zu unterbrechen.'
Das Thema Energie sorgte für die hitzigsten Debatten. Die Tidö-Parteien und die S unterstützten neue Kernkraftwerke, während C und MP dagegen stimmten und V sich enthielt. Ebba Busch (KD) protestierte dagegen, nicht zu Wort gekommen zu sein: 'Ich bin in Schweden dafür verantwortlich und kam bei dem Thema Kernkraft überhaupt nicht zu Wort.' Jimmie Åkesson (SD) kritisierte die Windkraft: 'Ich bin diesen Windkraft-Populismus so leid.'
Im Bereich Gesundheitswesen warf Nooshi Dadgostar (V) den Tidö-Parteien vor, 'ein wahres Inferno' und lange Warteschlangen verursacht zu haben, worauf Busch erwiderte: 'Sie wissen wirklich nichts darüber, wie das Gesundheitswesen geführt wird.' Zum Thema Wirtschaft sagte Magdalena Andersson (S): 'Jeden Tag ist ein voller Bus direkt in die Arbeitslosigkeit gefahren.' Kristersson antwortete: 'Schweden hat sich im EU-Wachstumsranking von ganz unten an die Spitze gearbeitet.'
Das heißeste Thema war das parlamentarische System der Stimmkompensation. Die SD hatten Anfang der Woche das Abkommen gebrochen, indem sie bei einer Abstimmung über Einbürgerungsregeln zwei kompensierte Abgeordnete einberiefen, da unabhängige Abgeordnete die Opposition unterstützten. Åkesson beschuldigte die MP, unabhängige Abgeordnete zu 'kaufen': 'Wenn die MP versucht, Unterstützung von ehemaligen Schwedendemokraten zu erhalten, brechen sie den Ehrenkodex.' Amanda Lind (MP) antwortete: 'Das ist reiner Unsinn. Hören Sie mit diesen falschen Anschuldigungen auf.' Kristersson bezeichnete die Kritik der Opposition als 'Krokodilstränen'.