Spitzenvertreter der schwarz-roten Koalition aus CDU, CSU und SPD haben ihre zweitägigen Beratungen zu Energiepreisen und Sozial- sowie Steuerreformen in der Nacht zum Montag in der Villa Borsig bei Berlin beendet. Erste Ergebnisse wurden nicht mitgeteilt. Offen bleibt, ob am Montag Ankündigungen erfolgen.
Die Verhandlungen fanden in der Villa Borsig, dem Gästehaus des Auswärtigen Amts am Tegeler See im Norden Berlins, statt. Am Samstag trafen sich die Parteichefs: Kanzler Friedrich Merz (CDU), Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Finanzminister Lars Klingbeil und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). Weitere Teilnehmer waren Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU), Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), Finanzstaatssekretär Björn Böning (SPD) sowie Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).
Am Sonntag waren unter anderem Merz und Vizekanzler Klingbeil auf der Terrasse des abgeschirmten Anwesens zu sehen. CSU-Chef Söder teilte auf der Plattform X ein Foto von sich am See mit dem Hinweis: «Heute wichtiger Tag in Berlin…». Auch Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nahm teil.
Hintergrund der Beratungen sind explodierende Energiepreise durch den Nahost-Krieg und heftige Streitigkeiten in den Osterwochen. Die Koalition strebt das größte Reformpaket seit über 20 Jahren an, darunter Anpassungen im Gesundheits- und Rentensystem sowie die Schließung eines strukturellen Haushaltslochs von 60 Milliarden Euro. Es gab Meinungsverschiedenheiten: Reiche plädiert für Ordnungspolitik ohne Markteingriffe, Klingbeil sieht Marktversagen und fordert Interventionen.
Unter strengster Geheimhaltung wurden keine Ergebnisse veröffentlicht. Eine temporäre Lösung des Koalitionsstreits scheint möglich.