Die Grünen haben bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg mit 30,2 Prozent knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent gesiegt. Beide Parteien erhalten je 56 Mandate im Landtag. CDU-Chef Manuel Hagel bot nach der Niederlage seinen Rücktritt an, der vom Landesvorstand einstimmig abgelehnt wurde.
Bei der Landtagswahl am Sonntag in Baden-Württemberg erreichten die Grünen unter Spitzenkandidat Cem Özdemir 30,2 Prozent der Stimmen und überholten die CDU mit 29,7 Prozent. Beide Fraktionen kommen im neuen Landtag auf jeweils 56 Mandate. Die SPD sackte auf 5,5 Prozent ab, ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl. Die FDP verfehlte mit 4,4 Prozent den Einzug in den Landtag, worauf Landeschef Hans-Ulrich Rülke zurücktrat.
Nach der knappen Niederlage bot CDU-Landeschef Manuel Hagel seinen Rücktritt an. Der Landesvorstand lehnte das Angebot einstimmig ab, wie Generalsekretär Tobias Vogt mitteilte. „Klar und deutlich und einstimmig wurde dieses Angebot abgelehnt“, sagte Vogt. Hagel werde die CDU in den Regierungsverhandlungen anführen. In der Sitzung gab es Standing Ovations für Hagel.
Eine Fortsetzung der Großen Koalition aus Grünen und CDU gilt als realistischste Option. Özdemir unterstrich den Regierungsanspruch der Grünen und wies Vorschläge der CDU zu einer Teilung der Amtszeit des Ministerpräsidenten zurück. Die CDU warf den Grünen eine „Schmutzkampagne“ im Wahlkampf vor.
Die Grünen waren besonders bei jungen Wählern erfolgreich: 28 Prozent der 16- bis 24-Jährigen stimmten für sie, während die CDU nur 16 Prozent erreichte. Experten wie Politologe Kilian Hampel sehen darin Zufriedenheit mit den grünen Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
Bundeskanzler Friedrich Merz sprach mit SPD-Chefin Bärbel Bas und Vizekanzler Lars Klingbeil. Die Wahlniederlagen hätten keine Auswirkungen auf die schwarz-rote Koalition in Berlin, hieß es.