Die Grünen um Cem Özdemir haben die Landtagswahl in Baden-Württemberg mit 30,2 Prozent der Stimmen knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent gewonnen. Beide Parteien erhalten je 56 Mandate im Landtag, während die SPD auf ein historisches Tief von 5,5 Prozent abstürzt. FDP und Linke verpassen den Einzug in den Landtag.
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 haben die Grünen unter Spitzenkandidat Cem Özdemir einen knappen Sieg errungen. Laut vorläufigem Endergebnis erreichten sie 30,2 Prozent der Zweitstimmen, was zwei weniger als die 32,6 Prozent von 2021 entspricht. Die CDU um Manuel Hagel folgte mit 29,7 Prozent, einem Zuwachs von 5,6 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Die AfD wurde mit 18,8 Prozent Drittstärkste und verdoppelte ihr Ergebnis von 9,7 Prozent.
Die SPD erlitt ein Debakel mit nur 5,5 Prozent, dem schlechtesten Ergebnis in ihrer Geschichte bei einer Landtagswahl. Spitzenkandidat Andreas Stoch kündigte seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef an. Die FDP und Die Linke scheiterten beide mit je 4,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde; FDP-Landeschef Hans-Ulrich Rülke plant seinen Rücktritt. Sieben Prozent der Stimmen entfielen auf andere Parteien.
Im 154-Sitze-Landtag erhalten Grüne und CDU je 56 Mandate, die AfD 35 und die SPD 10. Die beiden großen Parteien halten zusammen eine Zweidrittelmehrheit. Die Wahlbeteiligung stieg auf 69,6 Prozent von 63,8 Prozent im Vorjahr. Erstmals durften 16- und 17-Jährige wählen, und Wähler hatten zwei Stimmen: eine für Direktkandidaten und eine für Listen.
Özdemir erklärte sich zum Sieger: „Abgesänge auf die Grünen, Abgesänge auf unsere Themen waren verfrüht.“ Er lobte die Erfolge der grün-schwarzen Koalition der letzten zehn Jahre und bot der CDU eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“ an. Hagel räumte die Niederlage ein: „Das ist eine Niederlage für uns.“ Er sprach von einer enormen Belastung für seine Familie und übernahm die Verantwortung. Der scheidende Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) tritt nach 15 Jahren zurück.
Die Wahl markiert den Auftakt zum Superwahljahr 2026 unter der schwarz-roten Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz. Die Grünen gewannen trotz anfänglicher Umfragerückstände durch eine starke Aufholjagd.