Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei der Eröffnung der Hannover Messe die Versorgung mit Diesel, Benzin und Kerosin als gesichert bezeichnet, trotz der durch den Irankrieg ausgelösten Energiekrise. Er kündigte eine baldige Sitzung des nationalen Sicherheitsrates an. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche lädt Branchenvertreter zu Gesprächen ein.
Bei der Eröffnung der Hannover Messe am Samstag hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Treibstoffversorgung in Deutschland als stabil beschrieben. „Für den Moment gilt: Die Marktlage ist angespannt, aber die Versorgung in Deutschland ist gesichert“, sagte Merz. Er kündigte an, dass „sehr zeitnah in Berlin eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrates“ einberufen werde, falls sich die Lage verschärft.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lud Vertreter von Versorgern, Flughäfen, Fluggesellschaften und Verbänden für Montag zu Gesprächen über die Kerosinversorgung ein. Der IEA-Chef Fatih Birol warnte kürzlich vor Kerosinknappheit in Europa ab Mai, und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) nahm diese Warnungen ernst.
Merz traf vor der Eröffnung den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, dessen Land Gast der Messe ist. Beide betonten engere Wirtschaftsbeziehungen und das EU-Mercosur-Abkommen, das am 1. Mai vorläufig in Kraft tritt. Lula hob Biokraftstoffe hervor, die Brasilien weniger vom Irankrieg betroffen machen.
Merz plädierte für Deutschlands Attraktivität als Investitionsstandort trotz hoher Energiepreise, Steuern und Bürokratie. Die Industrie setzt angesichts schwacher Aufträge und China-Drucks auf KI und Robotik, wie Messechef Jochen Köckler betonte. Über 3000 Aussteller erwarten mehr als 100.000 Besucher.