Präsident Luiz Inácio Lula da Silva eröffnete am Sonntag die Hannover Messe in Deutschland und kritisierte die Europäische Union dafür, an 'falschen Narrativen' über die brasilianische Agrarwirtschaft festzuhalten. Er verteidigte die Nachhaltigkeit der Biokraftstoffe seines Landes angesichts von Handelsbarrieren. Brasilien ist zum zweiten Mal Partnerland der Messe.
Luiz Inácio Lula da Silva sprach am Sonntag (19.) bei der Eröffnungszeremonie der Hannover Messe, der weltweit führenden Industriemesse. Der brasilianische Präsident, der mit militärischen Ehren von Bundeskanzler Friedrich Merz empfangen wurde, hob die saubere Energiematrix des Landes hervor.
"Brasilien kann der Europäischen Union helfen, die Energiekosten zu senken und zu dekarbonisieren. Dafür müssen die Regeln des Blocks die saubere Energiematrix berücksichtigen, die in unseren Produktionsprozessen verwendet wird", erklärte Lula. Er kritisierte zusätzliche Barrieren für Abkommen über Biokraftstoffe als kontraproduktiv aus ökologischer und energetischer Sicht.
Lula betonte: "Es ist auch notwendig, falsche Narrative bezüglich der Nachhaltigkeit unserer Landwirtschaft zu bekämpfen." Er merkte an, dass Brasilien Biokraftstoffe nachhaltig produziere, ohne Nahrungspflanzen zu gefährden oder Abholzung zu verursachen, wobei 30 % Ethanol in Benzin und 15 % in Biodieselmischungen verwendet werden.
Der Präsident verwies auf die Reduzierungen bei der Abholzung: 50 % im Amazonasgebiet und 32 % im Cerrado in den letzten drei Jahren mit dem Ziel, bis 2030 auf null zu kommen. Er nahm Bezug auf das Pró-Álcool-Programm und die Ethanol-Motoren, die von Volkswagen und Mercedes auf der Messe 1980 vorgestellt wurden, als er wegen der Führung von Streiks inhaftiert war. Das EU-Mercosur-Abkommen tritt im Mai in Kraft.
Am Montag (20.) wird Lula zusammen mit Merz die Messe besichtigen und gemeinsam mit Gewerkschaftsführern den Volkswagen-Hauptsitz in Wolfsburg besuchen. Die Europareise endet am Dienstag in Lissabon.