Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kritisierte bei der Eröffnung der COP15 in Campo Grande (MS) den UN-Sicherheitsrat dafür, bei der Suche nach Konfliktlösungen 'versagt' zu haben. Er kündigte zudem die Erweiterung von Schutzgebieten im Pantanal an. Die Konferenz befasst sich mit dem Schutz wandernder Tierarten.
Die 15. Vertragsstaatenkonferenz zum Übereinkommen über wandernde Tierarten (COP15) wurde am Sonntag (22.03.) zum ersten Mal in Brasilien in Campo Grande (MS) eröffnet. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva (PT) erklärte in einer Rede während einer Sondersitzung, dass der UN-Sicherheitsrat angesichts 'großer geopolitischer Spannungen' und einseitiger Maßnahmen 'bei der Suche nach Lösungen für Konflikte versagt hat'. Er plädierte für einen 'starken und erneuerten Multilateralismus' sowie eine 'willkommende Politik' gegenüber Flüchtlingen und Migranten. Dabei kritisierte er die fünf ständigen Mitglieder mit Vetorecht – China, die Vereinigten Staaten, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Russland –, die 'die meisten Waffen produzieren' und 'beschlossen haben, dass ihnen die Welt gehört', wie er bereits am 18.03. in einer Rede ausführte. Lula skizzierte drei Prioritäten für die brasilianische Präsidentschaft: den Dialog mit Klimakonventionen, die Aufstockung finanzieller Mittel für Entwicklungsländer und die Universalisierung des Schutzes, einschließlich der Erklärung zum Pantanal. Umweltministerin Marina Silva sprach ebenfalls auf der Konferenz. Lula kündigte eine Erweiterung der Naturschutzgebiete im Pantanal in Mato Grosso um 104.000 Hektar an: Der Nationalpark Pantanal Mato-Grossense wird um 47.300 Hektar vergrößert (ein Anstieg von 35 % gegenüber 135.000 ha, 66 Mio. R$), und die ökologische Station Taiamã wird um 56.959 Hektar erweitert (ein Anstieg um über 500 % von 11.200 ha auf über 68.000 ha, 80 Mio. R$), wodurch der Bundesschutz von 4,5 % auf 5,2 % des Bioms (15 Millionen ha) steigt. Er unterzeichnete ein Dekret zur Schaffung der Reserva de Desenvolvimento Sustentável Córregos dos Vales im Norden von Minas Gerais (41.000 ha, 780.000 R$). Zu den Teilnehmern zählten der paraguayische Präsident Santiago Peña und der bolivianische Außenminister Fernando Aramayo Carrasco; Lula hielt ein bilaterales Treffen mit Peña ab. Das offizielle Programm läuft vom 23. bis zum 29.03. mit über 2.000 Teilnehmern.