Der Wirtschaftsflügel der CDU stellt sich hinter Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, die sich öffentlich mit SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil über die Energiepolitik angelegt hat. Kanzler Friedrich Merz äußerte sich befremdet über den Schlagabtausch. Aus dem Sozialflügel kam eine kurzlebige Rücktrittsforderung.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ging am Freitag im Koalitionsstreit um hohe Spritpreise und Energiepolitik auf Konfrontationskurs gegen Vizekanzler und SPD-Finanzminister Lars Klingbeil. »Der Koalitionspartner ist in den letzten Wochen damit aufgefallen, Vorschläge zu unterbreiten, die teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig sind«, sagte sie.
Kanzler Friedrich Merz war nach Informationen aus seinem Umfeld »befremdet über den öffentlichen Schlagabtausch« und mahnte Reiche zur Zurückhaltung. Er hatte Klingbeil und Reiche aufgefordert, einen gemeinsamen Vorschlag zur Entlastung bei hohen Energiepreisen zu erarbeiten. Die Regierung plant eine Klausur, um die schwarz-rote Koalition auf Linie zu bringen.
Christian von Stetten, Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Fraktion, unterstützte Reiche: »Inhaltlich hat die Ministerin vollkommen recht und bekommt aus der Fraktion große Unterstützung.« Auch Johannes Winkel von der Jungen Union lobte sie als »Stimme der sozialen Marktwirtschaft«.
Aus dem CDU-Sozialflügel forderte Christian Bäumler zunächst Reiches Rauswurf, zog diese Forderung aber zurück. CDA-Chef Dennis Radtke betonte, es brauche Debatten, keine Personaldiskussionen.