Während des laufenden schwedischen Staatsbesuchs in Polen haben die Länder eine Absichtserklärung für engere Zivilschutz-Kooperation unterzeichnet. Zivilschutzminister Carl-Oskar Bohlin betont die Notwendigkeit eines schnelleren Arbeitstempos und gemeinsamer Sicherheitsbewertungen. Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf Drohnen, Küstenwache und Vorbereitung auf Kriegsbedrohungen.
Ein schwedischer Staatsbesuch in Polen findet derzeit drei Tage lang statt mit mehreren Ministern und dem Königspaar, eingeladen von Präsident Karol Nawrocki. Ein zentrales Ergebnis ist eine Absichtserklärung für engere Zivilschutz-Kooperation, die Zivilschutzminister Carl-Oskar Bohlin (M) als „wichtige politische Manifestation“ bezeichnet. Bohlin hebt hervor, dass Schweden und Polen in den letzten Jahren durch ähnliche Ansichten zu globalen Entwicklungen näher zusammengewachsen sind. „Die Grundlage dafür ist, dass Polen und Schweden in den letzten Jahren sehr eng zusammengewachsen sind. Ein beitragender Faktor ist, dass wir die Weltentwicklungen auf die gleiche Weise betrachten. Wir teilen sicherheitspolitische Bewertungen und Ausgangspunkte“, sagt er. Die Kooperation umfasst Drohnen, Küstenwache, Versorgungsbereitschaft und öffentlich-private Zusammenarbeit. Polen hat Erfahrungen mit russischen Drohneneinbrüchen, auf die Bohlin als Hintergrund verweist. Ein Zivilschutz-Forum fand heute in Warschau statt, bei dem Erkenntnisse zwischen den Ländern ausgetauscht wurden. Bohlin hebt Polens umsetzungsstarken Ansatz hervor: „Was ich sehe und was mich sehr beeindruckt hat, ist, dass sie äußerst umsetzungsstark sind. Das bedeutet, sie bringen Dinge auf den Weg. Sie lassen sich nicht durch bürokratische Prozesse bremsen.“ Schweden müsse schneller arbeiten, so der Minister angesichts der rasch sich wandelnden globalen Lage. „Wir sind nicht immun gegen Krieg. Auch wenn wir lange mit dieser Annahme gelebt haben“, warnt Bohlin. Der Fokus liegt auf der Bewältigung der anfänglichen kritischen Phase zur Stärkung der Belastbarkeit, ähnlich wie beim Widerstand der Ukraine gegen Russland. Die schwedische Behörde für gesellschaftlichen Schutz und Bereitschaft empfiehlt häusliche Vorräte wie batteriebetriebene Radios, Wasser und Decken für Krisen oder Kriege. In Schweden sorgen derweil Debatten um Kernenergie und Sicherheit für Aufmerksamkeit. Ein Gastbeitrag warnt vor Risiken von Kernkraftwerken im Kriegsfall, während die Sozialdemokraten das Außenministerium kontaktiert haben, um Positionen zur Atomwaffenpolitik und zum Dialog mit Frankreich zu klären.