US-Präsident Donald Trump hat nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Davos einen Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung zu Grönland und der Arktis angekündigt und seine Zolldrohung gegen europäische Staaten zurückgenommen. Die Einigung zielt auf den gemeinsamen Schutz der Region ab, ohne die Souveränität Grönlands zu berühren. Europäische Reaktionen sind gemischt, mit Vorsicht vor zu viel Optimismus.
Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos trafen sich US-Präsident Donald Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte am Mittwochabend zu Gesprächen über Grönland und die Arktisregion. Trump hatte zuvor acht europäischen Ländern, darunter Deutschland und Dänemark, Zölle in Höhe von zehn Prozent ab dem 1. Februar angedroht, die auf 25 Prozent zum 1. Juni steigen sollten. Diese Drohung zielte auf den Widerstand gegen Trumps Wunsch ab, Grönland aus Sicherheitsgründen unter US-Kontrolle zu bringen, um den Einfluss Russlands und Chinas zu verhindern.
Nach dem Treffen verkündete Trump auf Truth Social einen Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung, die allen Nato-Staaten nutzen würde. Er sprach von einer 'großartigen Lösung' und bestätigte, dass keine neuen Zölle kommen würden. Rutte bestätigte die Einigung und sagte gegenüber Fox News: 'Es gibt noch viel zu tun.' Der Fokus liege auf dem Schutz der Arktis zu Land, Wasser und in der Luft.
Aus informierten Kreisen gehen vier Punkte der Vereinbarung hervor: Verzicht auf Zölle, Neufassung des 1951er Stationierungsvertrags für US-Militär auf Grönland inklusive des Raketenabwehrsystems 'Golden Dome', US-Mitspracherecht bei Investitionen in Grönland und stärkeres Engagement europäischer Nato-Staaten in der Arktis. Die Souveränität Grönlands als Teil Dänemarks wurde nicht thematisiert. Weitere Verhandlungen sollen mit US-Vizepräsident J.D. Vance, Außenminister Marco Rubio und Sondergesandtem Steve Witkoff geführt werden.
Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen äußerte Erleichterung: 'Der Tag endet besser, als er begonnen hat.' Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) warnte jedoch vor zu großen Hoffnungen und betonte die geschlossene Haltung der EU. Schwedens Außenministerin Maria Stenergard begrüßte den Verzicht auf Zölle als Erfolg der EU-Zusammenarbeit. Die US-Börsen reagierten positiv mit Gewinnen von rund 1,5 Prozent.