US-Präsident Donald Trump hat acht europäische Länder, darunter Schweden, mit 10-Prozent-Zöllen ab dem 1. Februar bedroht, nachdem sie Militärpersonal zu einer Übung auf Grönland geschickt haben. Die EU beruft für Donnerstag ein Notsitzungsgipfel ein, um die Reaktion zu besprechen, und erwägt Vergeltungszölle in Höhe von fast 1000 Milliarden Kronen.
Der Konflikt um Grönland hat sich zugespitzt, nachdem Donald Trump Zölle gegen Länder verhängt hat, die an der Arctic-Endurance-Übung teilnehmen. Acht Nationen – Schweden, Norwegen, Finnland, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Frankreich, Niederlande und Dänemark – haben Personal zu der NATO-nahen Aktivität geschickt, die darauf abzielt, die kollektive Sicherheit in der Arktis zu stärken. Trump schrieb auf Truth Social, die Länder würden ein „gefährliches Spiel“ spielen und eine bedrohliche Situation für die globale Sicherheit schaffen. Er fordert, dass die Zölle, die am 1. Juni auf 25 Prozent steigen sollen, bestehen bleiben, bis die USA Grönland kaufen können. Schweden schickte drei Personen zur Aufklärung vor zukünftigen Übungen, so die Streitkräfte. „Wir prüfen Geografie, Unterkünfte und Infrastruktur“, sagte Henrik Nyström von den Streitkräften gegenüber Aftonbladet. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach nach einem Gespräch mit Trump von einem „Verständnisproblem“, warum die Übung nicht anti-amerikanisch sei. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer nannte die Strafen „falsch“ über einen Sprecher. Die acht Länder veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung: „Arctic Endurance ist keine Bedrohung für jemanden. Zolldrohungen untergraben transatlantische Beziehungen.“ EU-Ratspräsident António Costa hat für Donnerstag einen Gipfel in Brüssel mit allen 27 Regierungschefs einberufen. Quellen gegenüber Financial Times berichten, dass die EU Vergeltungszölle in Höhe von 93 Milliarden Euro diskutiert hat, was fast 1000 Milliarden Kronen entspricht, sowie Einschränkungen für US-Unternehmen auf dem EU-Markt. Die Diskussionen fanden am Sonntag bei einem Botschaftertreffen in Brüssel statt. Experten wie Ökonom Klas Eklund warnen, dass die EU geeint auftreten muss: „Der einzige Weg, ihn zum Einlenken zu bringen, ist zu sagen: Bis hierher und nicht weiter.“ Ministerpräsident Ulf Kristersson nennt die Lage „sehr ernst“ und betont das Risiko eines Handelskriegs. NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat mit Trump über arktische Sicherheit gesprochen und freut sich auf ein Treffen in Davos.