US-Präsident Donald Trump hat mit 10-Prozent-Zöllen auf acht europäische Länder, darunter Frankreich und Deutschland, gedroht, um den Verkauf Grönlands vom dänischen Territorium zu erzwingen. Die Europäische Union zeigt Einigkeit und bereitet Gegenmaßnahmen vor, einschließlich des Anti-Zwangsinstruments, auf einem außerordentlichen Gipfel in Brüssel am Donnerstagabend. Die europäischen Märkte öffneten tiefer inmitten dieser transatlantischen Spannungen.
Am 19. Januar 2026 wiederholte US-Präsident Donald Trump in einem NBC-News-Interview seine Zolldrohungen und erklärte, er werde sie «zu 100 %» umsetzen mit 10-Prozent-Abgaben ab dem 1. Februar, die bis zum 1. Juni auf 25 Prozent steigen könnten, auf Importe aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Finnland. Diese Maßnahmen sollen diese Länder dazu zwingen, die vollständige Abtretung Grönlands an die Vereinigten Staaten zu akzeptieren, ein autonomes dänisches Territorium, das Trump als «strategisches Asset» für die US-Sicherheit betrachtet. Die Europäische Union reagierte mit einer Demonstration der Einheit. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnte eine US-Kongress-Delegation in Davos vor der «eindeutigen Notwendigkeit, die Souveränität Grönlands und Dänemarks zu respektieren». EU-Außenpolitikchefin Kaja Kallas erklärte, «Souveränität sei nicht verhandelbar» und Europa habe «Werkzeuge, um seine Interessen zu schützen», plädierte für «Dialog», sei aber bereit zu handeln. Ein außerordentlicher Gipfel der Führer der 27 Mitgliedstaaten findet am Donnerstagabend in Brüssel statt, um transatlantische Beziehungen zu besprechen. Frankreich und Deutschland veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung und bekräftigten ihre Bereitschaft, «EU-Instrumente voll einzusetzen», einschließlich des Anti-Zwangsinstruments von 2023. Das Umfeld des französischen Wirtschaftsministers Roland Lescure nannte die Drohungen «inakzeptabel» und betonte eine «koordinierte und vereinte Reaktion». Präsident Emmanuel Macron berief einen Verteidigungsrat zur internationalen Lage ein, einschließlich Grönland, Syrien und Iran. Der US-kanadische Norad-Befehl kündigte derweil die bevorstehende Ankunft von Militärmaschinen in Grönland für «lange geplante Aktivitäten» an, koordiniert mit Dänemark. Die europäischen Börsen öffneten tiefer: Paris -1,75 %, Frankfurt -1,46 %. US-Finanzminister Scott Bessent warnte in Davos, europäische Vergeltungsmaßnahmen seien «sehr unklug». Dänemark und Grönland schlagen eine NATO-Überwachungsmission auf der Insel vor, während grönländischer Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen erklärt, diese Drohungen änderten «nichts» an ihrer Haltung zur Selbstbestimmung.